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Ferien-Filmprojekt der KIM für Kinder

Sprichwörter zum Leben erwecken

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Auf die Spur der Sprichwörter begeben sich in dieser Woche ein Dutzend Mädchen und Jungen im Rahmen der Ferien-Filmwerkstatt der KIM. Im Jugendtreff Timeout werden Ideen dazu gesammelt, wie sich Sinnsprüche in bewegte Bilder umsetzen lassen. Dabei stehen die Kinder auch selber vor der Kamera. Nach dem Dreh werden diese kleinen Filmsequenzen zu Kurzfilmen zusammengesetzt.

Von Dieter Huge sive Huwe

Tim und Franziska heiraten – natürlich nur für den Film. Am ersten Tag des KIM-Ferienprojekts wurden Standfotos gemacht. Johanna (2.v.l.), Jette und Jörne (r.) gehörten mit zum Team, das in dieser Woche den Spruch vom faulen Heinrich in einem Kurzfilm umsetzt. Foto: Huge sive Huwe

Der Ring ist aus rotem Plastik, der Anzug des Bräutigams grüner Loden, der Schleier der Braut eine altertümliche weiße Haube – so eine Hochzeit hat die altehrwürdige Pfarrkirche auch noch nicht gesehen. Doch im Film ist schließlich alles möglich. Franziska, ihre Zwillingsschwester Johanna, Tim, Jette und Jörne sind entweder verkleidet, mit einem Spickzettel oder mit einer Kamera vor Ort, um einem Sprichwort Leben einzuhauchen, das viel, viel älter ist als sie selber.

„Heinrich bin ich Bohnenbusch, lag im Stall und stand nicht auf. Da kam der alte Ziegenbock, und jagte den faulen Heinrich auf.“ So lautet der Text – das Original ist in Mundart. Die beiden Zwillinge haben es von Zuhause mitgebracht und auch schon eine Idee für die Ferienwerkstatt der KIM, die an diesem Montagmorgen gestartet ist. „Wir kennen einen Hof, da gibt es eine Ziege“, blicken die beiden Mädchen schon erwartungsvoll auf den ersten „richtigen“ Drehtag, bei dem die Begegnung von eben jenem Heinrich mit dem Ziegenbock in Szene gesetzt werden soll.

Tim alias Heinrich macht jetzt noch gute Mine zum Spiel, denn einen echten Nachwuchsschauspieler bringt eben auch die Aussicht auf eine tierische Begegnung nicht aus der Ruhe. Ebenso wenig übrigens wie die Heirat mit seiner Angebeteten, die von Jette an diesem Morgen mit der Kamera festgehalten wird. „Wir machen hier nur Standfotos“, erzählt Kamerafrau Jette, die von Jörne assistiert wird. Johanna macht die Regie.

Sich zusammenraufen, um gemeinsam etwas Kreatives in den Kasten – oder genauer – auf den Chip der Kamera zu bekommen, ist eines der Ziele der Woche für die jungen Filmemacher.

Clara Beutler von der KIM, ihre Schwester Sophie Weritz und Christian Gaupel leiten die Aktion, die ein Dutzend Kinder bis Freitag täglich ins Genre des fiktionalen Films einführt. „Wir arbeiten an Kurzfilmen“, bringt der 41-Jährige Ochtruper auf den Punkt, dass es jeder Menge Ideen und Arbeit bedarf, bevor ein kleiner Streifen entsteht.

Schauspielern gehört dazu – das Quintett mit der Geschichte des Heinrich Bohnenbusch macht es vor. Doch da ist noch mehr. Die kleinen Sequenzen und Fotos müssen schließlich in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht und geschnitten werde. Hier hilft Sophie Weritz, die am Treffpunkt der Filmer, dem Timeout, den Rechner bedient.

„Die Kinder sollen lernen, mit Bewegungen und Mimik ihre Geschichten zu erzählen“, erläutert Gaupel, Musikwissenschaftler mit Erfahrungen in Hörspielen und Musicals. Es sei ein ganz klein wenig wie beim Stummfilm des frühen Kintopps. Die KIM hofft, dass sie die Kurzfilme der Ferienaktion am Ende dieser Woche allen Interessierten öffentlich zeigen kann.

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