1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Metelen
  6. >
  7. Turbine spuckt und hustet nur noch

  8. >

Versammlung zum Mühlenwehr: Heimatfreunde sehen dringen Handlungsbedarf an

Turbine spuckt und hustet nur noch

Metelen

Nicht mehr lange warten darf man, um das Mühlenwehr zu sanieren. Dies wurde im Rahmen einer Informationsveranstaltung des Heimatvereins deutlich. Heimatfreunde, Mitglieder des ASV Metelen und andere interessierte Bürger diskutierten über das richtige Vorgehen.

Von Norbert Hoppe

Zahlreiche Interessierte waren der Einladung des Heimatvereins an die Mühle gefolgt. Soll die Mühle weiterhin durch Wasserkraft bewegt im Betrieb zu erleben sein – hier der Hauptantriebsstrang – dann müsse der Versandung des Mühlenteichs entgegengetreten werden Foto: Norbert Hoppe

„Entweder bleibt die Mühle auch nach 1100 Jahren erhalten oder das Ende des denkmalgeschützten Gebäudes ist schon für die nähere Zukunft abzusehen“.“ Eindringliche Worte fand der Vorsitzende des Heimatvereins Metelen, Bernhard Iking, am Samstag bei einer Versammlung an Plagemanns Mühle, bei der sich Angelsportler, Mitglieder des Heimatvereins und der Anlieger trafen, um sich über den Stand der Planungen des Mühlenwehrs zu informieren und ihre Vorstellungen und Wünsche miteinander abzustimmen.

Die alte Vechte verschlammt und der Mühlenteich, der einmal vier Meter tief war, könnte heute zu Fuß durchquert werden, weil die Wasserzufuhr nicht mehr funktioniert. Es war kein gutes Szenario, das Bernhard Iking den zahlreichen Interessenten an diesem Samstag näherbrachte. Nachdem er am Vormittag die Turbine im Untergeschoss der Mühle in Betrieb genommen habe, „hat sie fast eine Stunde gespuckt und gehustet“. Grund dafür sei die Verschlammung des Wassers mit Unrat und Sand. Daher sei es sinnvoll, dass das Wehr von unten geöffnet werden könne, damit der Schlamm besser abfließen kann, so der Vorschlag des Heimatvereins.

Dass die Mühle in einem funktionstüchtigen Zustand erhalten werden muss, stand für Bernhard Iking und alle Anwesenden außer Frage. „Plagemanns Mühle gehört zur Kulturachse der Gemeinde Metelen, zu der die Kirche, das Stift und eben die Mühle gehören“, betonte er. Jetzt sei es höchste Zeit, das Sorgenkind als schwächstes Glied in dieser Kette vor dem Aus zu bewahren. „Was wollen wir mit einer toten Mühle?“, fragte Iking in die Runde und verwies auf die zahlreichen Besucher, die dieses historische Gebäude in Metelen erleben wollen.

Für die bestmögliche Lösung wollen sich alle gemeinsam einsetzen, diese Zusage wurde in der Versammlung mehrfach geäußert. „Aber wir haben nicht mehr viel Zeit“, drängte Iking auf eine schnelle Entscheidung des Gemeinderates, und forderte auch die Sanierung der maroden Brücke und ihres Geländers.

„Doch wir müssen uns auch die Zeit nehmen, die unterschiedlichen Meinungen und Lösungsansätze anzuhören und auf dieser Grundlage eine Entscheidung zu treffen“, mahnte der Bürgermeister-Stellvertreter Reinhard Brüning. Den Finanzierungsbedarf bezifferte Brüning auf bis zu 300 000 Euro. Die Abstimmung mit der Fischereibehörde stünde ebenfalls noch aus, stellte der Vorsitzende des Angel-sportvereins, Dennis Meschter, in der Versammlung her­aus. Durch die Absenkung des Wasserspiegels und die Verschlammung werde der Lebensraum von vielen Kleinstlebewesen stark eingeschränkt. „Das Wasser muss fließen“, lautete die klare Aussage.

Bedauert wurde im Rahmen der Versammlung, dass niemand von der Gemeindeverwaltung an dem Treffen teilgenommen hat. Aber, so Reinhard Brüning, „alle Anregungen und Vorschläge von heute werden in den nächsten Sitzungen von Bauausschuss und Rat zur Sprache kommen.“

In seinem Schlusswort stellte Bernhard Iking heraus, dass mehr als 60 Vereine in Metelen einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag zu einer lebenswerten Gemeinde leisteten. „Aber wir brauchen auch die Unterstützung der politischen Gremien, um unsere Arbeit tun zu können“, so der Heimatvereinsvorsitzende. Zum wiederholten Male forderte er dazu auf, die notwendigen Entscheidungen nicht auf die lange Bank zu schieben. „Jeder Tag zählt“, unterstrich er am Schluss der Informationsveranstaltung.

Startseite