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Nie einen Zweifel am Sieg erlebt

Peter Gerding berichtet von neuem Hilfstransport über den Durchhaltewillen in der Ukraine

Metelen

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine rollte eine Welle der Hilfsbereitschaft durch Metelen. In der Folge gründete sich der Verein Ukrainehilfe. Den Menschen im Kriegsgebiet zielgerichtet zu helfen, ist eines der Ziele der Engagierten. Der Vereinsvorsitzende Peter Gerding berichtet, wie das gelingt.

Von Dieter Huge sive Huwe

Zuletzt war Peter Gerding im August in der Ukraine – das Foto entstand kurz vor der Abfahrt. Foto: privat

Das liefern, was auch wirklich vor Ort benötigt wird – das ist eines der Ziele, die sich die Ukrainehilfe auf ihre Fahnen geschrieben hat. Der Verein, der von engagierten Menschen im Ort nach dem Angriff Russlands auf das osteuropäische Land gegründet wurde, hatte sich in der Folge einer ersten Welle der Hilfsbereitschaft für die Menschen in der Ukraine gegründet.

Zielgerichtete Hilfe ist die oberste Prämisse bei der Arbeit des Vereins, der in den vergangenen Monaten viel Unterstützung erfahren hatte. Es sind vor allem die Kontakte in das Kriegsgebiet und in Städte wie Kiew oder Kryfyi Rih, aber auch zu den Vertretern des ukrainischen Innenministeriums, die dem Team um den Vorsitzenden Peter Gerding dabei helfen, genau die Hilfsgüter zu organisieren und zu liefern, die dringend benötigt werden.

Metelener war selbst im Kriegsgebiet

Im August war der Metelener, der mit einer Ukrainerin verheiratet ist und über zahlreiche Kontakte zu Geflüchteten und Menschen, die noch in der Ukraine leben, verfügt, ins Kriegsgebiet gereist. Medikamente und Verbandsmaterial im Wert von gut 30 000 Euro für intensivmedizinische Behandlung und die von Kleinkindern waren in dem Kleinbus verladen. „Das war nur möglich durch Spenden aus der umliegenden Wirtschaft und der Metelener Bevölkerung“, heißt es in einem Infoschreiben der Ukrainehilfe an potenzielle Unterstützer.

Menschen fürchten, den Winter nicht zu überstehen

Im neuen Jahr will sich Peter Gerding erneut auf den Weg machen. „In vielen Gesprächen mit Freunden und Familienmitgliedern, welche als Soldaten im Einsatz sind oder als Zivilisten ihren wichtigen Beitrag leisten, hat mir immer der unerschöpfliche Optimismus und unbeugsame Wille stark imponiert“, beschreibt der Metelener seine Eindrücke. „Trotz all der schrecklichen Erfahrungen, die den Menschen vor Ort aufgezwungen wurden, habe ich nie einen Zweifel an einen Sieg gegen die Invasoren erlebt.“

Vor Ort beobachtete Peter Gerding die koordinierte Verteilung der Hilfsgüter, an der sich auch das Ukrainische Rote Kreuz beteiligte. Foto: privat

Der hereingebrochene Winter und die verbrecherische Zerstörung der zivilen Infrastruktur lasse die Menschen jetzt aber fürchten, diesen Winter nicht zu überstehen, so Gerding. Er bittet daher darum, den kommenden Hilfskonvoi zu unterstützen „damit wir gemeinsam den Menschen vor Ort etwas von dieser Furcht nehmen können.“

Auch warme Schlafsäcke werden gebraucht

Geliefert werden sollen diesmal nicht nur dringend benötigte Medikamente, sondern auch Notstromaggregate, damit in Krankenhäusern und Notunterkünften gearbeitet werden kann. Ein Unternehmen aus Metelen habe sich bereiterklärt, zu einem vergünstigten Preis derartige leistungsfähige Aggregate zu bauen. „Die Firma Gelking ist ein erfahrener Hersteller von Notstromaggregaten und war bereits in einem mehrwöchigen Hilfseinsatz im Ahrtal unterwegs“, berichtet Gerding. Die Aggregate würden auf einem Anhänger verbaut, um den Menschen in der Ukraine ein Maximum an Einsatzbereitschaft und Mobilität dieser Aggregate zu gewährleisten.

Gerding bittet die Metelener Bevölkerung auch um Spenden von warmen Schlafsäcken und von Taschenlampen. Beides würde in diesem Winter dringend benötigt und kann an der Gronauer Straße 10 abgegeben werden. Die Waren gehen dann vermutlich noch im Januar mit auf die Reise der nächsten Hilfslieferung.

Wer die Ukrainehilfe Metelen finanziell unterstützen möchte, kann Geld spenden auf das Konto mit der IBAN DE95 4016 4024 4302 2410 00.

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