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Bürger diskutieren Konzept für die Straßen in den Bauerschaften

Virtueller Wirtschaftsweg-Spaziergang

Metelen

Metelens Bürgerinnen und Bürger waren gefragt in einem Workshop der Gemeindeverwaltung zum Wirtschaftswegekonzept. Sie hatten die Möglichkeit, sich mit Vorschlägen zur Klassifizierung der Strecken und zu möglichen Sanierungsmaßnahmen einzubringen.

Von Irmgard Tappe

Neben WirtschaftIm Bürgerhaus diskutierten 20 Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit einem Experten und der Verwaltung über das Konzept für die Wirtschaftswege des Ortes. Foto: Dieter Huge sive HuweIrmgard Tappe

Rund um Metelen rankt sich ein vielseitig genutztes Wirtschaftswegenetz. Dieses verschlungene Gebilde war jetzt Thema eines Bürgerworkshops. Zurzeit arbeitet die Gemeinde nämlich an einem umfassenden und zukunftsorientierten Wirtschaftswegekonzept, für das auch Fördergelder des Landes Nordrhein-Westfalen fließen.

„Wir werden heute alle Wirtschaftswege durchgehen. Halten Sie sich mit Anregungen nicht zurück. Denn Ihre Einschätzung ist uns wichtig“, forderte Bürgermeister Gregor Krabbe die knapp 20 Metelener auf, sich in die Planungen einzubringen.

Das Ingenieurbüro Hans Tovar & Partner aus Osnabrück hatte das Wegenetz analysiert und in neun Kategorien eingestuft. Sowohl Hauptwirtschaftswege und Verbindungswege mit touristischer Funktion als auch unbefestigte, teilbefestigte und nicht mehr genutzte Wege sind darunter. Die Fachleute haben ebenfalls den Zustand der einzelnen Wege unter die Lupe genommen und auf Unebenheiten der Fahrbahn, Spurrillen, Absackungen und Flickstellen hin untersucht.

„Aus diesen Merkmalen haben wir einen Gesamtzustand in drei Klassen abgeleitet“, berichtete der Mitarbeiter des beauftragten Fachbüros, Jens Göwert, und stellte den Ortsplan vor, auf dem die unterschiedlichen Bereiche farblich markiert waren.

Diesen Plan im Blick, brachen die Anwesenden auf zu einem virtuellen Wirtschaftswege-Spaziergang. Göwert beschrieb Schritt für Schritt die vom Ingenieurbüro erfassten Einstufungen. „Bei der Erstellung eines Wirtschaftswegekonzeptes müssen wir uns an einem Leitfaden der Bezirksregierung orientieren und die öffentliche Beteiligung einbeziehen. Wobei wir großen Wert auf Ihre Meinung als ortskundige Bürger legen“, betonte Jens Göwert.

Bei der Beurteilung des Wegenetzes zeigte sich, dass es zwischen den externen Meinungen und den Einschätzungen der Bürger sowohl Übereinstimmungen als auch unterschiedliche Sichtweisen gab. Einzelne Strecken, die von den Ingenieuren zum Beispiel als Verbindungswege eingestuft wurden, hatten nach Meinung der Anwesenden eher eine untergeordnete Bedeutung. Für einige Bereiche wiederum wünschten sich die Bürger eine höhere Einstufung.

Ein Vorschlag aus den Reihen der Workshopteilnehmer war, die Hauptwirtschaftswege breiter auszubauen. „Beim Gegenverkehr wird es mitunter recht problematisch“, meinte ein Landwirt.

Ein anderer Bürger indes hatte Bedenken, dass ein breiterer Ausbau zu Lasten der Randstreifen ginge. Seiner Meinung nach sollte man die Wirtschaftswege nicht nur verkehrstechnisch betrachten, sondern dem Umweltschutz mehr Bedeutung beimessen. „Es wäre wünschenswert, bei den Planungen die Naturschutzverbände einzubeziehen. Das vermisse ich“, bemerkte der Metelener.

"Wie werden denn die zugewucherten und nicht mehr genutzten Wege eingestuft? Bleiben die als Kleinbiotope bestehen?", wollte ein anderer Bürger wissen. Göwert erläuterte, das müsse im Einzelfall geklärt werden. Während des Bürgerworkshops hatte der Ingenieur etliche Vorschläge der Teilnehmer notiert. Er erklärte, dass alle Anregungen in die Erfassung des Ist-Zustandes eingearbeitet werden.

Bürgermeister Krabbe wies darauf hin, dass ein Wegekonzept nicht in Stein gemeißelt ist. Da sich die Bedeutung und Nutzung der Wirtschaftswege von Zeit zu Zeit ändern könne, müsse es alle paar Jahre überarbeitet werden.

Näheres zum aktuellen Stand des Wirtschaftswegekonzeptes ist auf der Internetseite der Gemeinde Metelen ersichtlich. Dort finden die Bürgerinnen und Bürger auch ein Formular, um weitere Ideen online abzugeben. Bis zum Ende der Sommerferien haben sie dazu noch Gelegenheit.

Am 30. August (Montag) wird das Ist-Konzept in der Sitzung des Bauausschusses vorgestellt. Mitte September ist ein weiterer Bürgerworkshop zum Soll-Konzept geplant.

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