1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Metelen
  6. >
  7. Vom Schützenfest auf den Mond

  8. >

Metelener erinnern sich an Apollo 11

Vom Schützenfest auf den Mond

Metelen

Mitfiebern mit den Astronauten war angesagt vor exakt 50 Jahren. Ältere Metelener erinnern sich noch gut an den Tag der

Dieter Huge sive Huwe

Foto: colourbox

„Das war eine Sensation damals – und wann war das noch gleich genau?“, fragt Josef Fleige, als die Zeitung von ihm wissen will, wie er die erste Landung von Menschen auf dem Mond vor 50 Jahren erlebte. „Ach so, am 21. Juli 1969. Da habe ich noch bei meinen Eltern gewohnt, damals war ich 23. Wir hatten einen Schwarz-Weiß-Fernseher – und die Geschwister haben mitgeschaut.“

Auch für Maria Dittrich war die Mondlandung eine reine Familiensache: „Man war ja voll dabei damals. Ich habe mit der ganzen Familie vor dem Fernseher gesessen und wir haben den ganzen Tag lang geschaut“, erinnert sich die 79-Jährige. Und auch daran, dass die Tochter Ingrid – damals fünf Jahre alt – völlig fasziniert war und sagte: „Vielleicht flieg ich später einmal auch dahin.“ Als die verrauschten Live-Aufnahmen vom Mond über die Mattscheibe flimmerten, sei das schon ein bewegender Augenblick gewesen, erinnert sich Maria Dittrich: „Das war schon etwas ganz Besonderes.“

Auch für Gerd Treder. Der heute 74-jährige Metelener verfolgte die Mondlandung ebenfalls. Allerdings ist er sich nicht mehr so ganz sicher, ob er live dabei war oder später eine Aufzeichnung gesehen hatte. Beeindruckt war er gleichwohl.

„Das war tagsüber“, ist sich Karl Hollekamp, mittlerweile 88 Jahre alt, sicher. Schon damals wohnte er an der Neustraße und meint, dass der heimische Fernseher einer der ersten in der Nachbarschaft war. „Natürlich noch schwarz-weiß.“ Doch auch wenn die Übertragung recht verrauscht daherkam – „Das war eine Sensation und auch im Ort ein großes Thema.“

Doch gibt es Termine, die selbst die erste Landung von zwei Menschen auf dem Mond nur ein wenig in den Schatten stellte. Hans Köning berichtet davon: „Das weiß ich noch ganz genau, denn exakt an dem Wochenende war ja auch das Schützenfest der Patrioten.“ Köning wohnte damals – er war 24 Jahre alt – im Steinfurter Ortsteil Borghorst. Die Schützen hatten ihren Junggesellen-König ermittelt und als guter Freund des Vorjahreskönigs Heinz Hille war der junge Mann auch bei diesem Schützenfest dabei. Die Feier war schön und lang – und in den Morgenstunden ging er mit seiner Mechthild zurück nach Hause. Und dort setzten sich beide vor die in schwarz-weiß flimmernde Kiste. „Wir hatten durchgefeiert und blieben am Fernseher hängen“, erinnert sich Köning. „Die Mondlandung war doch eine Sensation. Wir waren gebannt und haben die Übertragung verfolgt.“

Und auch später begegnete ihm – da war er längst nach Metelen gezogen – Apollo 11 nochmals. Köning hatte zeitweilig als passionierter Briefmarkensammler zwei Briefe, die mit einem Mondstempel versehen waren. „Natürlich waren nicht die Briefe, sondern der Stempel auf dem Mond“, lacht der 74-Jährige. Es scheint, dass er es sogar ein wenig bedauert, die beiden Stücke aus der Sammlung veräußert zu haben. Am morgigen Sonntag, wenn sich die Landung der ersten Menschen auf dem Erdtrabanten zum 50. Mal jährt, wären sie schon etwas ganz Besonderes gewesen.

Startseite
ANZEIGE