Familie Schlüter setzt auf Photovoltaik

Waschen, wenn die Sonne scheint

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Josef Schlüter und seine Familie begeistern sich für die Kraft der Sonne. Jüngst erst haben sie die Photovoltaikanlage auf dem Dach ihres Einfamilienhauses erweitert. Das sei nicht nur fürs Klima und mit Blick auf die Nutzung erneuerbarer Energien sinnvoll, sondern es lohne sich auch finanziell, rechnete Josef Schlüter aus. Die Verteuerung des Stroms mache Anlagen wie seine immer attraktiver.

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Die Photovoltaikanlage auf dem Haus der Familie Schlüter am Freistein wurde kürzlich deutlich erweitert. Im Interview erläutert Josef Schlüter seine Beweggründe für die Investition. Foto: Josef Schlüter

Josef Schlüter und seine Familie sind davon überzeugt, dass die Energiewende auch im Privatbereich umsetzbar ist. Unsere Redaktion sprach mit ihm über die neueste Investition in regenerative Energiegewinnung, zu der sich die Schlüters entschlossen haben.

Sie und ihre Familie haben jetzt noch einmal die bereits bestehende PV Anlage erweitert, was ist der Grund dafür gewesen?

Josef Schlüter: Es ist einfach eine gute Sache. Zunächst einmal ökologisch: Wir erzeugen sauberen Strom und verbrauchen diesen selber und speisen überschüssigen Strom ins öffentliche Netz ein. Dieser saubere Strom kommt dann bei unseren Nachbarn wieder aus der Steckdose heraus.

Lohnt sich solch eine Investition denn auch?

Schlüter: Absolut. Auch finanziell ist es eine gute Sache. Wir bekommen für den eingespeisten Strom etwa acht Cent Vergütung, und das sicher 20 Jahre lang. Selbst wenn wir unseren gesamten Strom ins Netz einspeisen würden, und für die Anschaffung der Anlage noch einen Kredit aufnehmen müssten, würde sich die Anlage rechnen. Und auch dann würde noch eine kleine Rendite übrig bleiben.Durch die Änderung des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) ist es noch interessanter geworden.Seit diesem Jahr brauchen wir für selbst verbrauchten Strom keine EEG-Umlage mehr bezahlen.Ich mache eine einfache Rechnung: Wenn ich meine Anlage schon mit acht Cent Einspeisevergütung wirtschaftlich betreiben kann, dann spare ich folgerichtig 22 Cent mit jedem selbst verbrauchten Kilowatt Strom den ich nicht aus dem öffentlichen Netz beziehen mus für derzeit etwa 30 Cent pro Kilowattstunde – Tendenz steigend.

Aber es scheint ja nicht immer die Sonne.

Schlüter: Ja sicher. Es ist bei uns schon zur Routine geworden, dass die Wasch- und Spülmaschine nach Möglichkeit eingeschaltet werden, wenn die Sonne scheint. Wir haben auch eine intelligente Steuerung eingebaut bekommen. Diese schaltet Strom immer dann zu Verbrauchern, wenn Stromüberschuss vorhanden ist. So erwärmen wir unser Brauchwasser in einem Speicher mit Strom und schalten die Pumpen für unseren Teich, wenn die Sonne scheint. Auch unser Elektroauto und unsere E-Bikes werden mit Überschuss-Strom für acht Cent geladen. Mit unserem Elektroauto fahren wir 100 Kilometer ökologisch – und das für etwa 2,40 Euro.

Soviel Eigenverbrauch ist es dann aber doch nicht.

Schlüter: Irgendwann wird unsere 30 Jahre alte Gasheizung den Geist aufgeben. Dann werden wir mit einer Wärmepumpe, die mit Strom betrieben wird, unser Haus heizen. Zudem überlegen wir, einen kleinen Batteriespeicher anzulegen, um noch mehr von unserem selbst erzeugen Strom nutzen zu können.

Herr Schlüter, Sie sind voll und ganz überzeugt vom Photovoltaik-Konzept für ihr Eigenheim.

Schlüter: Sicherlich. Vorrangig sollte unsere Verpflichtung unseren Enkeln gegenüber sein, auch unseren Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten. Die Regierung hilft mit wirtschaftlichen Anreizen.

Darf ich zum Schluss fragen, was Sie für Ihre Anlage bezahlt haben?

Schlüter: Für die Erweiterung der Anlage mit einer Leistung von zehn Kilowatt Spitzenleistung (kWp) haben wir etwa 10 000 Euro plus die Mehrwertsteuer investiert. Diese Summe dürfte jedoch individuell variieren. In unserem Fall war die Anlage auf unserem Haus gut zu installieren. Einige Vorbereitungsarbeiten hatte ich in Eigenleistung erbracht und so bei der Investition ein wenig gespart.

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