1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. 100 Jahre Kanu-Verein: „Raus ins Grüne, in die Natur“

  8. >

Vier Jahre nach dem Ersten Weltkrieg gegründet

100 Jahre Kanu-Verein: „Raus ins Grüne, in die Natur“

Münster

Der Kanu-Verein Münster besteht seit 100 Jahren. Das wurde am Samstag auf der Vereinsanlage in Handorf kräftig gefeiert.

Von Klaus Möllers

Wersetour mit Faltboot: Ein historisches Foto des Kanu-Vereins Münster. Foto: Kanu-Verein Münster

Es dürfte der Wunsch gewesen sein, „wieder zu einem normalen Leben zu kommen. Raus ins Grüne, in die Natur“, nannte Olaf Steinmeyer einen der Gründe für die Entstehung des Kanu-Vereins Münster (KVM). Denn um Münsteranern „in der Natur, auf dem Wasser sportliche Angebote“ zu machen, hätten vier Jahre nach dem Ersten Weltkrieg zwölf Männer – überwiegend Akademiker und Geschäftsleute – den KVM ins Leben gerufen. „Dieser Zeitgeist nach dem Krieg lässt sich gut verstehen“, sagte er.

Steinmeyer als Vorsitzender des Vereins hat Aufzeichnungen eines frühen Mitgliedes gesichtet und sich zum 100-jährigen Bestehen des KVM viel damit befasst. Beim Jubiläumsfest am Samstag auf der Anlage in Handorf nannte er wichtige Momente für den Verein.

Mit Faltboot und Zelt auf Tour

Die Anlage mit Bootshaus und großer Grünfläche am Wasser liegt hinter dem Hotel „Hof zur Linde“. Dessen Eigentümer habe dem KVM in den 1920er-Jahren gewissermaßen auf der Schweinewiese hinterm Haus, dem „Schweinekamp“, einen Platz verpachtet. Zuvor seien die Boote an der ehemaligen Gaststätte „Nobis Krug“ nahe der Warendorfer Straße in Höhe der Werse untergestellt worden. Mit Faltbooten und Zelten hätten sich die Paddler zu ihren Touren aufgemacht. 1924 dann sei das auch heute noch genutzte Bootshaus gebaut und später erweitert worden.

„Nach Angelmodde und auf der Ems“ seien die Gruppen gefahren oder etwa „auf dem Dortmund-Ems-Kanal bis zum Venner Moor“, so Steinmeyer.

Ein Sportler auf Tour Foto: Kanu-Verein Münster

Kanu-Spiele mit Tausenden Zuschauern

Auch Bürgermeister Klaus Rosenau, geladener Gast für die Stadt Münster, hatte sich von der Historie berichten lassen: „Speckbrett war in den 1920-Jahren beliebt, ähnlich wie heute das Stand-up-Paddling – Ihr Verein baute eine Anlage für Speckbrett“, so Rosenau. „Es gab Kanu-Spiele mit mehreren Tausend Zuschauern und Kanu-Polo mit Vereinen aus Essen und Duisburg.“ Die Werse habe „im Vergleich zu späteren Jahren noch sehr sauberes Wasser“ geführt. Heute böte der Verein unter anderem ein Kinder-Bewegungs-Abzeichen an.

Das KVM-Bootshaus von 1922-1929 Foto: Kanu-Verein Münster

Steinmeyer erklärte, dass der KVM erfolgreich an Vereinsmeisterschaften teilgenommen und dies zeitweilig so ernst genommen habe, dass die Bootfahrer in den Trainingswochen ganz „auf Alkohol und Nikotin verzichten mussten“, sagte er zur Belustigung der etwa 50 Besucher.

Heute hat der Verein 180 Mitglieder

An der Jubiläumsfeier nahmen auch Freunde des Vereins von Paddel Sport Münster und vom Albersloher Kanu Club teil. Für den Nachmittag hatten Mitglieder Kuchenspenden mitgebracht, es wurden Spiele für Kinder auf der Wiese und für alle auf dem Wasser unternommen. Für den Abend war Grillen geplant.

Der KVM hat heute 180 Mitglieder und eine eigene Jugendabteilung. Mehrmals pro Woche treffen sich Gruppen zum Bootfahren, wie zu hören war. „Kanu-Fahren ist ein Sport mit geringem ökologischen Fußabdruck“, sagte Steinmeyer. Die Bootfahrer befürworteten die Aufwertung „frei fließende Gewässer“, weil sie „aus ökologischer wie auch aus freizeittauglicher Sicht einen Gewinn“ darstellten.

Historisches Foto aus dem letzten Jahrhundert Foto: Kanu-Verein Münster
Startseite
ANZEIGE