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Vereinzelte Handgreiflichkeiten und Platzverweise

„1000-Kreuze-Marsch“: Gegendemonstration in der Innenstadt

Münster

Einmal mehr zog am Samstag der „1000-Kreuze-Marsch“ durch die Innenstadt von Münster. Die Abtreibungsgegner wurden dabei von lautstarken Protesten – dazu aufgerufen hatte das „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung Münster“ – begleitet.

Von Helmut P. Etzkorn

Der „1000-Kreuze-Marsch“ zog am Samstag durch die Innenstadt. Die Polizei sorgte dafür, dass Kreuzträger und Gegendemonstranten nicht direkt aufeinander trafen. Foto: Helmut P. Etzkorn

Begleitet von lautstarken Protesten ist am Samstagmittag einmal mehr der sogenannte „1000-Kreuze-Marsch“ durch Münsters Innenstadt gezogen. Die vom christlich-fundamentalen Verein „EuroProLife“ seit zwei Jahrzehnten jährlich auch in Münster organisierte „Prozession mit Trauerzeremonie für die Ungeborenen“ blieb größtenteils friedlich.

Laut Polizei kam es nur vereinzelt zu Handgreiflichkeiten und Platzverweisen. Rund 600 teils vermummte Demonstranten folgten einem Aufruf des „Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung Münster“ und warfen den knapp 70 Abtreibungsgegnern mit ihren weißen Holzkreuzen in den Händen „Fehlinformationen und eine Rückkehr zu veralteten Geschlechterrollen“ vor. Bündnissprecherin Christine Schmidt forderte in Redebeiträgen das „Recht auf einen sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch“ ein.

Einstimmung auf schwierigen Protest

Wolfgang Hering von „EuroProLife“, der nach eigenen Angaben erst spät vom Atheisten zum Christen geworden sei, stimmte die Gruppe schon vor der Verteilung der Kreuze am Aegidii-Kirchplatz auf den schwierigen Zug durch Münster ein. „Euer Lohn im Himmel wird groß sein“, meinte er zu den Teilnehmenden. Und getreu dem Motto „Liebet eure Feinde“ solle man „beten auch für die, die uns hassen und verfluchen“ und nicht auf die Proteste am Straßenrand hören, sondern „sich aufs Gebet fokussieren“.

Rund 600 teils vermummte Demonstranten folgten einem Aufruf des „Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung Münster“ und warfen den knapp 70 singenden Abtreibungsgegnern „Fehlinformationen und eine Rückkehr zu veralteten Geschlechterrollen“ vor. Foto: Helmut P. Etzkorn

Die vielen Touristen, die am Samstagmittag die Innenstadt füllten, waren über das große Polizeiaufgebot erstaunt. Neben einer Hundertschaft und mehreren Kradstreifen waren uniformierte Mountainbiker unterwegs und bildeten an neuralgischen Punkten mit ihren quer gestellten Rädern kurzerhand temporäre Straßensperren. So wurde ein direktes Aufeinandertreffen zwischen Holzkreuzträgern und Gegendemonstranten weitgehend vermieden. Auch Versuche, den Gebetszugweg zu blockieren, scheiterten im Ansatz.

„Trauerzeremonie“ am Kardinal-von-Galen-Denkmal

Am Domplatz, wo die abschließende „Trauerzeremonie“ am Kardinal-von-Galen-Denkmal stattfand, waren ebenfalls Sperrgitter aufgestellt. Unbekannte hatten die Statue zuvor mit Farbe besprüht. Gegen 18 Uhr waren Kundgebung und Gegenprotest vorbei.

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