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Anbau am Franziskus-Hospital

200 zusätzliche Stellplätze geplant

Münster

Die Parkplatznot am Franziskus-Hospital ist groß. Das eine Parkhaus am Hohenzollernring reicht nicht aus. Jetzt plant die Verwaltung einen Anbau mit 200 weiteren Stellplätzen.

Gabriele Hillmoth

Das heutige Parkhaus am St.-Franziskus-Hospital bietet Platz für 384 Pkw. Allerdings sind zahlreiche Plätze für Beschäftigte reserviert. Ein Anbau soll weitere 200 Stellplätze schaffen. Foto: ohw

Das Verkehrschaos am St.-Franziskus-Hospital ist Alltag. Oft sind morgens schon alle 384 Plätze im Krankenhausparkhaus dicht. Auch die rund 40 Kurzzeitplätze unmittelbar vor dem Haupteingang des Krankenhauses mit seinen 600 Betten seien meistens belegt und würden häufig zweckentfremdet genutzt. Geschäftsführer Klaus Abel ist darum froh, dass sich in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses eine Lösung anbietet, die zusätzlich 200 Stellplätze schaffen wird.

Sobald alle Genehmigungen vorliegen, sagt Klaus Abel, werde das heutige Parkhaus erweitert. Er rechnet aber damit, „dass die Parkplatznot frühestens im Frühjahr 2020 gemildert werden kann“.

Hoher Parkdruck

Rund vier Millionen Euro nehmen das Franziskus-Hospital und die St.-Franziskus-Stiftung, Trägerin des Krankenhauses, dafür in die Hand. Die Arbeiten werden gerade ausgeschrieben, erklärt Abel. Ihm schwebt vor, dass im Zuge des Anbaus auch die Zufahrt zum Parkhaus erweitert werden kann.

Das Parkproblem rund um das Franziskus-Hospital mit seiner „privilegierten Lage“ ist der Verwaltung des Krankenhauses am Hohen­zollernring schon lange bekannt. „Ohnehin ist die Parksituation im MauritzViertel sehr verdichtet“, so der Geschäftsführer. Klaus Abel verweist in diesem Zusammenhang auch auf Schulen und Betriebe im Stadtteil hin. Der Parkdruck geht soweit, dass in einem Supermarkt bereits Kunden ein „Knöllchen“ bekommen, wenn sie sich als Dauerparker entpuppen.

Alle Alternativen geprüft

Mehrere Varianten, um mehr Platz am Franziskus für Fahrzeuge zu haben, seien geprüft und wieder verworfen worden, erklärt der Assistent der Geschäftsführung, Max Jurgasch. Eine Tiefgarage käme beispielsweise aufgrund der Kosten nicht infrage. Ein Aufstocken des bisherigen Parkdecks sei aufgrund der Statik nicht möglich, Abriss und Neubau seien zu teuer.

Das Franziskus-Hospital kooperiert dafür aber nach eigenen Angaben mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die ihren Sitz im Gebäude an der Manfred-von-Richthofen-Straße hat, das früher vom Luftwaffentransportkommando genutzt wurde. Dort stehen derzeit noch im Innenhof Parkplätze für Mitarbeiter vom Franziskus zur Verfügung.

Selbst Fahrradabstellplätze gesucht

Viele der rund 2000 Beschäftigten des Franziskus-Hospitals nutzten ohnehin bereits Bus, Bahn und Fahrrad für die Fahrt zum Arbeitsplatz. „Aber selbst für überdachte Fahrradabstellplätze suchen wir noch Flächen“, so Abel.

Der Geschäftsführer freut sich, dass die Provinzialleitung der Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen ihnen entgegengekommen sei und ihnen ein Areal vom Mutterhausgrundstück abgegeben haben. Abel spricht in diesem Zusammenhang von einem längeren Prozess.

Der Anbau sei ein erster Schritt, um die Parkplatzsituation am Franziskus zu entzerren. Außerdem, wirbt Max Jurgasch, werden die neuen Stellflächen demnächst zehn Zentimeter breiter als auf der rund 20 Jahre alten Fläche sein. Zusätzlich werden drei Parkplätze für E-Fahrzeuge eingerichtet.

Insgesamt 600 Parkplätze

Insgesamt stehen nach Abschluss des Projektes am Franziskus rund 600 Parkplätze zur Verfügung, von denen aber laut Verwaltung einige für Mitarbeiter reserviert sind. Ein solches Parkhaus amortisiere sich auch nicht innerhalb von fünf Jahren, erklärt Jurgasch.

Er betont, dass beispielsweise für Patienten, die wegen einer chronischen Erkrankungen regelmäßig ins Hospital kommen, oder Eltern, deren Kind auf der Kinderintensivstation behandelt wird, keine Gebühren fällig werden. Personen mit dem Eintrag G oder AG im Behindertenausweis parken nach Angaben der Verwaltung ebenfalls kostenlos.

Kommentar

Der nächste Kollaps kommt bestimmt

Gebaut wird am Franziskus-Hospital eigentlich schon immer. Immer höher und immer größer wächst das Krankenhaus am Hohenzollernring, das heute 600 Betten hat. Mit dem Wachstum kommen aber auch zunehmend mehr Patienten und Besucher ins Haus. Damit ist das Verkehrschaos jeden Tag programmiert. Der Park-Such-Verkehr rund um das Franziskus-Hospital erleidet täglich einen Infarkt. Da sind selbst die 200 Stellplätze im angekündigten Anbau des heutigen Parkhauses nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein. Der nächste Kollaps kommt bestimmt und strahlt mit Rückstaus auf den Ring ins Umfeld aus. Wobei die Mitarbeiter längst das Weite gesucht haben und ihre Fahrzeuge irgendwo im Viertel abstellen. Eigentlich darf das Hospital keine Kosten scheuen. Ein Parkhaus muss her, das die doppelte Pkw-Zahl fasst. Damit wäre dem ganzen Mauritz-Viertel geholfen.

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