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Prozess um schweren Raub

30-Jähriger überfällt Drogen-Dealer

Münster

Nach einem Raubüberfall im August 2020 in Telgte hat vor dem Landgericht Münster nun der Prozess begonnen. Angeklagt sind drei Münsteraner. Einer von ihnen zeigte beim ersten Prozesstag bereits Reue.

Von Jan-David Runte

Aussenansicht des Landgerichts in Münster Foto: dpa/Fabian Strauch (Symbolbild)

Es ist ein verworrener Prozess, der gestern vor dem Landgericht seinen Auftakt fand. Angeklagt sind drei Männer aus Münster. Dem 30-jährigen Hauptangeklagten wird vorgeworfen, im August 2020 mit seinem Bruder einen bewaffneten Raubüberfall in Telgte begangen zu haben.

Bei dem Überfall sollen sie rund zwei Kilogramm Marihuana erbeutet haben. Der bestohlene Mann sei den beiden Brüdern daraufhin mit einem Nachbarn hinterher geeilt. Beim Gegenangriff wurde der Bruder des Hauptangeklagten schwer verletzt.

Zwei Mitangeklagte sollen die beiden Brüder bei der anschließenden Flucht vor der Polizei unterstützt haben. Dabei sollen sie auch über rote Ampeln und Zebrastreifen gefahren sein. Ihnen wird Beihilfe zum Raub vorgeworfen. Sie wurden beim Prozessauftakt noch nicht weitergehend befragt.

Handel und Besitz von Betäubungsmitteln

Ein zweiter Anklagepunkt beim 30-jährigen Hauptangeklagten ist der Handel und Besitz von Betäubungsmitteln. Über einen Dealer soll er 500 Gramm Kokain zum Weiterverkauf erhalten haben. Mit Hilfe von Youtube-Videos überprüfte er das Kokain auf seine Reinheit. Nachdem er feststellte, dass es von schlechter Qualität war, bearbeitete er es selbst und machte es so „reiner“. Dazu verwendete er Materialien aus dem Baumarkt und eine Presse, die im Keller seiner Wohnung stand.

Nach dem Bearbeitungsprozess waren von den 500 Gramm noch 155 übrig. Das verkaufte er dann in kleinen Mengen weiter. Einen Teil konsumierte er selbst.

Angeklagter zeigt Reue

Der Kontakt mit dem Dealer lief über ein verschlüsseltes Handy der Firma Encro-Chat. Aktuell ermittele das Kommissariat in Münster gegen drei Nutzer, die über Encro-Chat-Handys Rauschgiftgeschäfte abgewickelt haben sollen. Diese Chats sind auch Teil des Verfahrens.

Der 30-jährige Hauptangeklagte zeigte indes Reue: „Ich bin froh, verhaftet worden zu sein.“ So würde er von weiterem Drogenkonsum abgehalten.

Nach viereinhalb Stunden wurde die erste Sitzung in diesem Prozess beendet. Die nächste Sitzung findet am Mittwoch (1. September) statt. Dann sollen auch die beiden Mitangeklagten befragt werden.

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