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Ausbildungsmarkt

600 Ausbildungsplätze in Münster noch unbesetzt

Münster

Obwohl viele Ausbildungen bereits am 1. August begonnen haben, gibt es noch Chancen auf einen Ausbildungsplatz. In Münster sind gut 600 Stellen noch  unbesetzt. Ein Grund dafür ist auch die Corona-Pandemie.

 

Auszubildende arbeiten in einer Werkstatt. In Münster sind noch 600 Ausbildungsplätze frei. Foto: dpa (Symbolbild)

In diesen Tagen beginnen in vielen Betrieben junge Menschen mit ihrer Ausbildung. Doch noch sind knapp 600 Ausbildungsplätze in Münster unbesetzt. Zahlreiche Unternehmen suchen laut einer städtischen Pressemitteilung weiterhin nach Bewerbern und Bewerberinnen. Sowohl die Betriebe als auch die Ausbildungswilligen können noch zueinander finden. "Jugendliche sollten die Chancen nutzen", so der Appell von Christine Zeller, Kämmerin und Leiterin des Krisenstabs Wirtschaft der Stadt Münster. 

Aktuell stehen nach Angaben der Stadt jedem Ausbildungsplatzsuchenden mehr als zwei offene Ausbildungsstellen gegenüber. Das klinge zwar nach einer komfortablen Situation für junge Menschen. Dahinter zeige sich aber, wie groß die Herausforderungen am Ausbildungsmarkt im zweiten Jahr der Corona-Pandemie seien, sagt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Ausgefallene Praktika und abgesagte Ausbildungsmessen: In den vergangenen Monaten habe es wenig Gelegenheiten gegeben, in denen sich junge Menschen beruflich orientieren und Ausbildungsbetriebe kennenlernen konnten. 

"Wir stellen Menschen ein, keine Schulnoten"

Positiv bewerten Fahnemann und Christine Zeller die Anstrengungen, die zum Beispiel das Pharma-Logistik Unternehmen Waldeck in Roxel unternimmt, um Auszubildende zu finden. Auch in diesem Jahr haben dort sieben junge Menschen ihre Ausbildung angetreten, fünf im kaufmännischen Bereich und zwei als angehende Fachkräfte für Lagerlogistik. Karl-Heinz Henze, der seit 35 Jahren Ausbildungsleiter bei Waldeck ist, setzt dabei darauf, die künftigen Nachwuchskräfte in längeren Praktika kennenzulernen. Denn, so sagt er: "Wir stellen Menschen ein, keine Schulnoten. Für uns ist besonders wichtig, dass unsere Auszubildenden in den Betrieb passen und die richtige Motivation mitbringen". 

Eine betriebliche Ausbildung ist ein guter Start ins Berufsleben. Christine Zeller, Stadtkämmerin und Leiterin des Krisenstabs Wirtschaft der Stadt Münster, Karl-Heinz Henze, Ausbildungsleiter Waldeck GmbH, Alexej Bär, Auszubildender Waldeck GmbH und Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Foto: Amt für Kommunikation/Stadt Münster

Carsten Taudt, Industrie- und Handelskammer Nordrhein-Westfalen und Knut Heine, Handwerkskammer Münster, ebenfalls Mitglieder im städtischen Krisenstab, betonen, dass Jugendliche die Chancen auch nutzen sollten. "Da geht noch ganz viel und eine betriebliche Ausbildung ist ein sehr guter Start ins Berufsleben", unterstreicht Taudt. "Viele Betriebe ermöglichen auch kurzfristig noch Zeiten, in denen junge Menschen in die Praxis schnuppern können", ergänzt Heine. 

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