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Studierende haben 2020 Gewässer untersucht

Aasee und Schlossgräfte geht es gut – zumindest im Moment

Münster

Studierende von Universität und Fachhochschule haben sich intensiv mit dem Aasee und der Schlossgräfte beschäftigt. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen werden nun in der Orangerie im Schlossgarten präsentiert.

Von Martin Kalitschke

Eine Befischungsaktion führten Studierende im vergangenen Jahr in der Schlossgräfte durch. Foto: Bettina Zeis

Die Ausstellung, die seit Freitag in der Orangerie des Botanischen Gartens gezeigt wird, ist eine Momentaufnahme – und daher kaum repräsentativ. 2020 untersuchten Studierende aus den WWU-Fachbereichen Biologie und Geowissenschaften sowie des FH-Studiengangs Bauingenieurwesen den Aasee, die Schlossgräfte und das Heilige Meer im Kreis Steinfurt – und kamen zu Ergebnissen, die positiv stimmen.

Das Jahr war weder zu heiß noch zu trocken, Tier- und Pflanzenwelt entwickelten sich weitgehend so, wie sie es sollen. Im Dürrejahr 2018, räumt Prof. Dr. Bettina Zeis vom Institut für Integrative Zellbiologie und Physiologie der WWU ein, wären die Ergebnisse anders ausgefallen. Dennoch: Die Arbeiten der Studierenden haben spannende Forschungsergebnisse erbracht, betont Zeis.

Nur wenige giftige Bakterien

Beispiel Aasee: 1935 gebaut und 1975 erweitert, ist das künstliche Gewässer gerade mal 1,80 Meter tief. Bei maximal jeder zehnten Alge handelte es sich 2020 um giftige Cyanobakterien – 2018 lag der Anteil bei 80 Prozent. „Auch in diesem Jahr wird der Wert niedrig sein“, prophezeit Zeis mit Blick auf den eher durchschnittlichen Sommer.

Ausstellung

Das sei ein gutes Zeichen. Neben den Algen entwickelten sich auch die Kleinstlebewesen 2020 normal. Dennoch: „Den Aasee kann man nicht sich selbst überlassen, er braucht ein Management“ – damit sich nicht Ereignisse wie das große Fischsterben 2018 wiederholen. So werden Raubfische ausgesetzt, die den Bestand von Friedfischen dezimieren. Damit erhöht sich der Bestand des Zooplanktons, das wiederum das Algenwachstum im Zaum hält.

Viel Schlamm in der Gräfte

1,80 Meter tief ist auch die 1,7 Kilometer lange Schlossgräfte. Wegen der vielen Bäume im Umfeld befindet sich auf dem Grund eine dicke Schlammschicht. Bagger sollen sie demnächst entfernen, ein Zeitpunkt steht aber noch nicht fest.

Untersuchungen der Studierenden ergaben auch hier 2020 zufriedenstellende Werte. Zudem ermittelten sie den Tierbestand: Im Schlamm stellten sie 47 Arten fest, im Wasser registrierten sie 1888 Fische, vor allem Rotaugen, aber auch Hechte und Karpfen.

Die informative Präsentation dieser Arbeiten wird durch Tafeln, die die Rahmenbedingungen der Gewässer erläutern, ergänzt.

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