Stadion-Sanierung in Münster

Abriss der Westtribüne 2022 geplant

Münster

Im kommenden Jahr sollen am Preußen-Stadion die Bagger rollen. Doch bis das städtische Stadion saniert ist, müssen sich Verein und Fans noch gedulden – vielleicht länger, als ihnen lieb ist.

Von Dirk Anger

Die Stadt schlägt vor, die marode Westkurve Foto: Oliver Werner

Kommt Bewegung in die schon länger geplante Modernisierung des Preußen-Stadions? Ein entsprechender Vorschlag der Stadtverwaltung für die Ratssitzung am 23. Juni könnte diese Vermutung nähren. Aber gedulden müssen sich der ambitionierte Fußball-Viertligist SC Preußen Münster und seine Anhänger allemal mindestens noch ein halbes Jahr, eher länger, bis sich konkret etwas tun wird.

Das in dieser Angelegenheit inzwischen federführende Sportdezernat terminiert den Beginn der Abrissarbeiten an der seit vielen Jahren fast komplett gesperrten Westkurve für die Rückrunde der Saison 2021/22 – realistisch werden wohl erst am Ende des Winters 2022 die Bagger an der Hammer Straße anrollen. Und das wohl nur, wenn die Verwaltungsvorlage in der kommenden Ratssitzung nicht von der Politik angehalten wird.

Stadion frühestens 2023 ausgebaut

Anfang vergangenen Jahres hatte Oberbürgermeister Markus Lewe sogar noch von einem möglichen Baubeginn im Jahr 2020 gesprochen. Inzwischen geht die Stadtverwaltung davon aus, dass das Stadion von diesem August an gerechnet, wenn auch die überarbeitete Machbarkeitsstudie vorliegen soll, in zwei bis drei Jahren umgebaut und saniert sein wird. Das wäre demnach frühestens im Sommer 2023 der Fall, sofern alles glatt läuft.

Plexiglasscheibe soll Heim- und Gästefans trennen

Der vorgeschlagene Rückbau der baufälligen Westtribüne umfasst auch einen Teilabtrag des Stadionwalls. Der Gästeblock, der bislang ausgangs dieser Kurve untergebracht war, wird deshalb umziehen müssen. Am Rand der überdachten Stehplatztribüne (Block K) wird daher ein provisorischer Gästesektor hergerichtet, wie aus der Vorlage hervorgeht. Um die Sicherheit auf der Nordtribüne zu gewährleisten, sollen Heim- und Gästefans durch eine fest verankerte Plexiglasscheibe voneinander getrennt werden.

Die vorgesehenen Baumaßnahmen sollen „in enger Abstimmung“ mit dem SC Preußen Münster und im laufenden Spielbetrieb durchgeführt werden. Erste politische Gremien beschäftigen sich am kommenden Dienstag mit diesem Vorschlag der Stadtverwaltung.

Nur eine grobe Kostenschätzung

Der erste Schritt auf dem Weg zu Umbau und Sanierung des in die Jahre gekommenen städtischen Stadions kostet laut Verwaltungsvorlage 1,8 Millionen Euro, sofern nicht noch Altlasten im größeren Stil entsorgt werden müssen. Es handele sich angesichts der Unwägbarkeiten um eine grobe Kostenschätzung, wie vorsorglich und ausdrücklich betont wird.

Die Wallanlage des Stadions gilt als bekannte Altlastenverdachtsfläche. Mit dem vorgezogenen Rückbau soll der später bauausführenden Firma bereits eine baureife Fläche zur Verfügung gestellt werden. Außerdem können laut Vorlage vertiefte Kenntnisse über Altlasten gewonnen werden und in den für den Stadionausbau folgenden Design-and-Build-Wettbewerb einfließen. Das helfe, die Kosten zu senken.

Wettbewerb in Vorbereitung

Der Vorteil eines Design-and-Build-Wettbewerbs ist nach Darstellung der Stadtverwaltung die vollständige Planung und Baurealisierung aus einer Hand zu einem im Vergabeverfahren grundsätzlich festgesetzten Preis. Nachteilig könne sich indes auswirken, wenn sich die Planungsgrundlagen der Vergabe nachträglich veränderten. Derzeit laufen die Vorbereitungen für diesen Wettbewerb.

Bekanntlich hatte der Rat im Jahr 2019 40 Millionen Euro für den Umbau des 1926 errichteten Stadions in den städtischen Haushalt eingestellt. Ziel ist eine zweitligataugliche Arena an der Hammer Straße mit einer Kapazität von bis zu 20 000 Zuschauern.

CDU warnt vor Störmanövern

Die CDU-Ratsfraktion ist nach eigenen Angaben zuversichtlich, dass die Sanierung des städtischen Preußenstadions an der Hammer Straße zügig vorangehen kann. „Wenn die von den Grünen geführten Linksparteien nicht neuen Sand ins Getriebe streuen, kann der Abriss der maroden Westtribüne und die Herrichtung eines provisorischen Gästebereichs an der Nordtribüne kurzfristig erfolgen“, erklärte Fraktionschef Stefan Weber in einer Pressemitteilung. Zuvor hatte Stadtdirektor Thomas Paal demnach über den Fortgang der Planungen in der CDU-Fraktion berichtet. Das Raum- und Funktionsprogramm soll von der Stadtverwaltung bis zum Sommer abgeschlossen und dem Rat zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

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