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ADFC-Umfrage

Münster auf Platz eins: Das Fahrradklima ist wieder Spitze

Münster

Im bedeutendsten Barometer für Fahrradverkehr hat Münster den bundesweiten Spitzenplatz zurückerobert. Im ADFC-Fahrradklima-Test ist die Stadt jetzt wieder vor Karlsruhe. Die Stärken und Schwächen Münsters bleiben aber prägnant.

Von Niklas Wieczorek

Leezen auf dem Prinzipalmarkt: Münster hat es wieder auf den ersten Platz des ADFC-Fahrradklima-Tests geschafft. Foto: dpa

Gefühlt war Münster nie weg, aber de facto ist Westfalens Hauptstadt erst jetzt wieder auf dem ersten Rang: Im neuen Klimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) ist die Stadt mit einer Gesamtnote von 3,04 für ihre Radfreundlichkeit bundesweit zurück auf Platz eins in der Stadtgröße von 200.000 bis 500.000 Einwohner.

Oberbürgermeister Markus Lewe jubiliert: „Münster ist die fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands! Dieser Titel liegt uns gerade deshalb sehr am Herzen, weil ein attraktives Umfeld für Radfahrerinnen und Radfahrer einen großen Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen Stadt markiert.“ Und den Verwaltungschef freut nicht nur das Ergebnis an sich, sondern auch die Tatsache, dass in Münster 2648 Menschen ihre Meinung abgegeben haben. „Auch das zeigt die Begeisterung für das Rad in unserer Stadt!“

Das ist der Fahrradklima-Test

2018 hatte Münster den Platz an der Sonne für zwei Umfragerunden an Karlsruhe abtreten müssen. In den jetzt vorliegenden Ergebnissen aus Interviews mit Radfahrerinnen und Radfahrern im Jahr 2022 verbessert sich Münster allerdings um 0,13 Notenpunkte und zieht wieder an Karlsruhe (3,09) vorbei.

ADFC-Fahrradklimatest: Ergebnisse der NRW-Städte 200.000 bis 500.000 Einwohner

Platz Stadt
Gesamtbewertung
1 Münster 3,04
2 Bonn 3,82
3 Bielefeld 3,9
4 Aachen 3,99
5 Oberhausen 4,27
6 Wuppertal 4,3
7 Bochum 4,31
8 Gelsenkirchen 4,34
9 Mönchengladbach 4,35
10 Duisburg 4,51
11 Krefeld 4,52

Was in Münster herausragend gut bewertet wird? Die Kategorien „Radfahren durch Alt und Jung“ (1,6), „Erreichbarkeit Stadtzentrum“ (1,7), „zügiges Radfahren“ und „geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung“ (beide 1,9) stechen hervor. Negativ fällt auf: „Fahrraddiebstahl“ (5,2), „Falschparkkontrolle auf Radwegen“, „Breite der Radwege für Radfahrer/innen“ (beide 4,0) und „Konflikte mit Kfz“ (3,9).

„Münster hat sich lange auf dem ersten Platz ausgeruht“

Was löst das Ergebnis beim ADFC Münster aus, der lokalen Fahrradlobby? „Münster hat sich lange auf dem ersten Platz ausgeruht. Deswegen war der kleine Dämpfer in den letzten Jahren ganz gut“, sagt Hans Günter Ockenfels aus der Fachgruppe Radverkehr. „Es ist zuletzt auch endlich etwas auf der Straße angekommen.“

Einige Leuchtturmprojekte macht Münster offenbar besser als andere Städte: Die Fahrradstraße Bohlweg und die Kanalpromenade nennt Ockenfels. Traditionelle Aushängeschilder sind und bleiben die Promenade und die Radstationen. Münster bildet sich etwas auf seine Radfreundlichkeit ein und kann es jetzt auch wieder. „Und jetzt geht die Stadt auch die schwierigeren Routen wie die Schillerstraße an“, lobt Ockenfels. „Man merkt, dass die Stadt wirklich etwas für den Radverkehr tun will.“

Hans Günter Ockenfels (ADFC)

Und doch gibt es weiterhin Herausforderungen und Probleme: „Die Maßnahmen wirken noch zu wenig Richtung Verkehrswende“, kritisiert der ADFC-Sprecher. Um mehr Menschen auf die Fuß- und Radwege sowie in den ÖPNV zu lotsen, müssten nicht nur tolle Routen wie die Kanalpromenade entstehen, sondern auch Anreize für das Stehenlassen der Autos gesetzt werden. Push and Pull, fordert Ockenfels. Und, er gibt überraschend ehrlich zu: „Der Radverkehr trägt derzeit leider nur marginal zur Verkehrswende bei. Bringt aber immerhin sehr viel Lebensqualität in die Stadt.“

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In den Ämtern der Stadtverwaltung freuen sich die Bediensteten, dass sowohl bauliche Projekte als auch Kommunikation zum Erfolg der Stadt beigetragen haben. „Das Ergebnis zeigt, dass die essenziellen und engagierten Infrastrukturmaßnahmen wie zum Beispiel Fahrradstraßen der zentrale Faktor sind, ein positives Fahrradklima zu erzielen“, heißt es aus dem Rathaus. Münster verweist aber darauf, dass vielerorts in Deutschland sichtbare Anstrengungen für den Radverkehr unternommen werden – längst nicht mehr nur in den Niederlanden und Dänemark.

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