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Trauer im Zoo

Löwe gestorben: „Sulla“ lebte nur fünf Wochen im Allwetterzoo

Münster

Eigentlich leben Münsters Löwen lange: „Jarah“ wurde 19, „Zeta“ sogar 24 Jahre alt. Junglöwe „Sulla“ hingegen starb nach nur fünf Wochen im Allwetterzoo. Er hatte sich seine Krankheit nicht anmerken lassen . . .

Von Lukas Speckmann

Der Name des römischen Diktators Lucius Cornelius Sulla Felix brachte dem jungen Löwen kein Glück. Er lebte nur fünf Wochen im Allwetterzoo. Foto: Oliver Werner (Archivbild)

In freier Wildbahn werden Löwen nur selten älter als 15 Jahre, im Zoo können es ein paar Jahre mehr sein. In jedem Fall ist Kater „Sulla“ viel zu früh gestorben: Am Dienstagmorgen wurde er von Tierpflegern tot in der Löwenanlage des Allwetterzoos aufgefunden. Er wurde nur zweieinhalb Jahre alt. Die Hoffnung, „Sulla“ könne Gründer eines neuen münsterischen Löwenrudels werden, hat sich damit innerhalb weniger Stunden in Luft aufgelöst.

Denn erst am Montag war aufgefallen: Irgendwas stimmt nicht mit dem jungen Löwen. Er wirkte schläfrig und verhielt sich untypisch, berichtet Allwetterzoo-Sprecher Jörg Riehemann. Das Tierärzteteam habe „Sulla“ umgehend narkotisiert, alle erdenklichen Erstmaßnahmen ergriffen sowie eine Blutprobe entnommen. Kein eindeutiger Befund.

Gehirnhautentzündung als Todesursache

Der ergab sich erst am nächsten Tag, als der tote Kater in der Pathologie untersucht wurde: „Sulla“ ist einer eitrigen Hirnentzündung erlegen. Das habe sich, so Riehemann, vermutlich aufgrund der sogenannten Blut-Hirn-Schranke nicht feststellen lassen, einer natürlichen Barriere, die das Gehirn eigentlich vor Krankheitserregern schützen soll.

Menschen würden rasch zu erkennen geben, wenn sie an einer schweren Krankheit leiden. Tiere nicht, Raubtiere schon mal gar nicht. Schmerzen zu verstecken, ist ein wichtiger Schutzmechanismus, um nicht zur Beute zu werden oder den Respekt im Rudel zu verlieren.

„Sulla“ hatte noch kein Rudel. Er kam am 12. Mai 2020 im dänischen Givskud Zoo zur Welt und war Anfang Dezember nach Münster gekommen, wo er sich den gleichzeitig im Allwetterzoo eingetroffenen Löwinnen „Juma“ und „Jasira“ hätte empfehlen sollen. Über die Eingewöhnungsphase – Kater und Katzen beschnupperten sich aus getrennten Gehegen – kam er nicht hinaus.

Allwetterzoo sucht neuen Löwenkater

Wie geht es weiter? Im Zoo muss „Sullas“ Ableben erst noch verkraftet werden. Man war schon sehr stolz auf den Löwen, auch bei den Gästen sei er sehr gut angekommen. Möglichst schnell werde man sich beim Zuchtbuchführer des Erhaltungsschutzprogramms EEP um einen neuen passenden Löwenkater bemühen. Das kann dauern. Wochen oder Monate bestimmt.

Im Jahr 2022 ist die Löwin „Zeta“ im münsterischen Zoo im Alter von 24 Jahren gestorben. Sie galt als älteste Löwin in der Europäischen Union.

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