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Matt Mullicans Kunstwerk ist umgezogen

Alte Skulptur am neuen Standort

Münster

Einen Titel hat es zwar immer noch nicht, aber einen neuen Standort: Matt Mullicans Skulptur-Projekt von 1987 ist im Hof des Pharmacampus wiederaufgebaut worden. Dort ist es viel besser sicht- und wahrnehmbar. Und keine Sorge: Der Eindruck, dass der Zahn der Zeit an dem Kunstwerk genagt hat, ist gewollt.

Von Martin Kalitschke

Das Kunstwerk „Ohne Titel“ von Matt Mullican befindet sich nun im Innenhof des Pharmacampus. Foto: Matthias Ahlke

Man musste sich schon gut vorbereiten, wenn man das Kunstwerk „Ohne Titel (Skulptur für die Chemischen Institute)“ von Matt Mullican an seinem Originalstandort bewundern wollte. 34 Jahre, seit den Skulptur-Projekten 1987, befand es sich gut versteckt im Innenhof eines Uni-Instituts an der Wilhelm-Klemm-Straße und fristete dort ein eher stiefmütterliches Dasein.

Das ist nun anders: An seinem neuen Standort sieht man es quasi im Vorbeirradeln, wenn man auf der Henriette-Son-Straße (der früheren Apffelstaedtstraße) stadteinwärts unterwegs ist. Denn nun befindet es sich im hellen Hof des Pharmacampus – und das für mindestens 30 Jahre. So lange läuft der „Gestattungsvertrag“ zwischen dem LWL-Museum für Kunst und Kultur, dem das Kunstwerk gehört, und der Universität, die ihm gerne einen Platz zur Verfügung gestellt hat.

Platten auf einen Sockel gehoben

„Eine wunderbare Arbeit“, schwärmte Museumsleiter Dr. Hermann Arnhold am Donnerstag, als er das alte Kunstwerk am neuen Standort in Augenschein nahm. „Es passt hervorragend hier hin.“ Während die 35 Granit-Platten früher auf dem Boden lagen, befinden sie sich nun auf einem 80 Zentimeter hohen Sockel. Zuvor waren sie restauriert worden.

Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold (l.) und Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels vor dem Kunstwerk Foto: Matthias Ahlke

Der Zahn der Zeit hatte an ihnen sichtlich genagt. Risse zogen sich über die Platten – und sie sind noch immer da. „Wir wollten bei der Restaurierung die Biografie des Kunstwerks erhalten, ihm praktisch beim Altern zusehen“, so Dr. Marianne Wagner, Kuratorin für Gegenwartskunst am LWL-Museum. Der Künstler habe der Idee zugestimmt.

Klebstoff hält Kunstwerk zusammen

Was auch nach der Restaurierung ziemlich brüchig aussieht, „hält wie eine Bombe“, verspricht Roland Berns vom gleichnamigen Duisburger Steinmetzbetrieb. Unter den fragilen Platten befinden sich Platten der gleichen Größe, diese wiederum auf einem Sockel. Der beste Klebstoff, den es am Markt gebe, halte das Kunstwerk zusammen, so Berns.

Kuratorin Dr. Marianne Wagner Foto: Matthias Ahlke

Den größten Teil der Sanierungskosten hat Brillux übernommen. Die Universität wird derweil den Hof neu gestalten, in dem sich das Kunstwerk jetzt befindet. Rasen wird gesät, Bäume werden versetzt – und um den Sockel werden Bänke errichtet. Damit man das Kunstwerk noch besser genießen kann.

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