Deutscher Verkehrsplanungspreis

Anerkennung für Münsters rote Fahrradstraßen

Im vergangenen Sommer wurde viel über die Rotfärbung der Fahrradstraßen diskutiert. Die Fachjury des Deutschen Verkehrsplanungspreises hat eine eindeutige Meinung zu den roten Straßen - und eine Anerkennung für das Projekt ausgesprochen.

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Die Goldstraße in Münsters Innenstadt ist ein Beispiel für eine  jüngst umgestaltete Fahrradstraße. Foto: Stadt Münster

Im letzten Jahr waren Münsters Fahrradstraßen in aller Munde: Acht Fahrradstraßen wurden auf insgesamt 5,5 km Länge nach den neuen Qualitätsstandards umgestaltet. Nun hat das Projekt "Fahrradstraßen 2.0 in Münster" eine Anerkennung von der Fachjury des Deutschen Verkehrsplanungspreises erhalten, "weil es aufzeigt, wie durch eine neue Prioritätensetzung der Flächenbedarf des ruhenden Verkehrs eingehegt werden kann." Das Projekt setze neue Standards und Qualitäten für den Radverkehr, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung.

"Die Stadt Münster freut sich über die Anerkennung bei diesem renommierten und prestigeträchtigen Wettbewerb sehr. Wir haben mit den Fahrradstraßen gezeigt, dass wir Verkehrswende in Münster können und werden diesen Weg schrittweise, aber konsequent weitergehen. Gerade weil das Gesamtprojekt noch ganz am Anfang steht, ist die Auszeichnung zu einem so frühen Zeitpunkt eine tolle Bestätigung", freut sich Stadtbaurat Robin Denstorff.

Erster Platz für Projekt aus Hamburg

"Vom Parkraum zum Freiraum" – so lautete das Motto des Deutschen Verkehrsplanungspreises 2020. Gesucht wurden innovative und ressortübergreifende Konzepte und Projekte, die aufzeigen, wie Parkplatzflächen zu attraktiven Aufenthaltsflächen im öffentlichen Raum umgewandelt werden können. Beworben haben sich insgesamt 13 Städte und Initiativen. Gewonnen hat das Projekt "Ottensen macht Platz" in Hamburg, das im vergangenen Jahr bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt hat.

Hier wurde der öffentliche Raum eines kompletten Quartiers umgestaltet. "Das komplexe Projekt zeigt, wie es gelingen kann, im vorhandenen planungsrechtlichen Rahmen vom Verkehrsversuch zu einer dauerhaften Lösung zu gelangen. Dafür braucht es Mut, auch im Umgang mit den Konflikten", so Katalin Saary, Vorsitzende der Jury.

Verkehrswende geht alle an

Auch das Projekt "Österreichischer Platz" in Stuttgart erhält eine Anerkennung. Die Initiative Stadtlücken e.V. mache deutlich, dass die Verkehrswende nicht nur ein Projekt der Kommunalpolitik und Verwaltung ist, sondern alle angeht.

"Die ausgewählten Projekte sind gute Beispiele dafür, wie Verwaltungen und Bürgerinnen und Bürger vor Ort die Verkehrswende voranbringen, um aus Verkehrsraum wieder mehr Lebensraum zu schaffen", so Jurymitglied Thomas J. Mager, VCD-Bundesvorstand.

Der Deutsche Verkehrsplanungspreis wird von der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) e.V. in Kooperation mit dem ökologischen Verkehrsclub VCD verliehen. Prämiert werden besonders innovative integrierte stadt- und verkehrsplanerische Konzepte und Projekte. Der Preis wird im Rahmen einer Fachtagung in Karlsruhe vergeben, pandemiebedingt voraussichtlich im Sommer 2021.

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