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Prozess um besonders schweren Diebstahl

Angeklagter möchte Drogentherapie

Münster

Ein 29-Jähriger, der wegen besonders schweren Diebstahls vor dem Landgericht steht, strebt einen Drogenentzug an. Doch ist der Angeklagte dazu überhaupt fähig?

Eva-Maria Landmesser

Foto: dpa

Hat der Hauptangeklagte die vielen Einbruchsdiebstähle zur Finanzierung seiner Drogensucht oder aufgrund einer dissozialen Persönlichkeitsstörung begangen? Diese Frage wird auch weiterhin im Mittelpunkt des Strafverfahrens gegen einen 29-jährigen Mann aus Münster stehen, dem die Staatsanwaltschaft 13 Diebstahlsdelikte im Münsteraner Raum vorwirft.

Die Taten, die er teils zusammen mit einem 24-jährigen Mittäter, teils bewaffnet verübte – darunter auch Einbrüche in die Räume des Kinderhospizes Königskinder und des Dialogverlages, bei denen er insgesamt mehrere Tausend Euro entwendete – hatte der Münsteraner zu einem früheren Zeitpunkt bereits eingeräumt.

Im jüngsten Termin ging es daher hauptsächlich um die Befähigung des Angeklagten an einer Drogentherapie im Rahmen des Maßregelvollzugs teilzunehmen. Die Verteidigungsstrategie des 29-jährigen zielt nämlich auf eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt ab. Fraglich ist allerdings, ob eine solche Aussicht auf Erfolg hat. So wurde der Münsteraner, der im jugendlichen Alter begann, Drogen zu konsumieren und in der Folge durch Vermögensdelikten, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Bedrohungen und Beleidigungen auffiel, schon mehrere Male gerichtlich in einer Entziehungsanstalt untergebracht.

Psychologin berichtet

Im Rahmen der Beweisaufnahme berichtete eine Psychologin, die den Angeklagten schon durch vorherige Haftaufenthalte kennt und in der JVA Münster zuletzt eine Gruppentherapie zu Emotionsregulation, Kommunikation, Eigen- sowie Fremdwahrnehmung unter Beteiligung des Angeklagten leitete, von dessen charakterlicher Veränderung. „Er ist eigentlich ein sehr impulsiver Inhaftierter. Daher hat er mich positiv überrascht“, so die Psychologin. Der 29-jährige sei in den Sitzungen sehr engagiert und motiviert gewesen und gehe verantwortungsvoll seinen Aufgaben in der JVA nach. Er habe nun ein theoretisches Verständnis von emotionsregulierenden Techniken. Bezüglich der Erfolgsaussichten eines Maßregelvollzugs muss noch die vom Gericht bestellte psychiatrische Sachverständige gehört werden.

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