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Alexander Groth lehrt die Kunst des Genießens

Ärgern lohnt sich nicht

Münster

Jeder kann sich ärgern. Man sollte sich aber nicht ärgern, zumindest nicht über Dinge, die man nicht ändern kann. Das meint der Redner, Trainer und Autor Alexander Groth. Er referierte bei den WN-Wissensimpulsen.

Von Hubertus Kost

Ärger vermeiden und die kleinen Dinge des Lebens genießen. „Das geht“, sagt Alexander Groth. Bei den WN-Wissensimpulsen am Montagabend gab er dazu praktische Hinweise. Foto: Hubertus Kost

Ärger? Kennt jeder. Und vermutlich hat sich auch jeder Mensch schon mal geärgert. „Ärger kann vermieden werden,“ sagt Alexander Groth und ergänzt: „Nicht immer.“ Aber es gibt Methoden, diese „starke Emotion“ einzugrenzen.

„Ärgern Sie sich nicht über Dinge, die Sie nicht beeinflussen können,“ war ein Kernsatz des Experten für Führung am Montagabend in der Veranstaltung „WN-Wissensimpulse“ im Cloud-Forum auf dem Germania-Campus. Die beliebte Weiterbildungsreihe wurde zum ersten Mal nach zehn Monaten Corona-Pause wieder angeboten und fand als Präsenztermin und Online wieder die gewohnte gute Resonanz.

"Ich mache mir Ärger"

Nahezu jeder Autofahrer kennt diese Situation: Vor ihm „schleicht“ ein Fahrzeug über die Straße, überholen ist weder angebracht noch möglich, der nachfolgende Fahrer ärgert sich, fühlt sich provoziert. „Wenn ich mich ärgere, dann wird die Situation nicht besser,“ sagt Alexander Groth, und der „Schleicher“ merke davon ohnehin nichts. Also: gelassen bleiben. Geht nicht immer. Stimmt. Muss geübt werden. Stimmt auch.

Weiteres Beispiel: Der Drucker am PC funktioniert genau dann nicht, wenn dringend etwas ausgedruckt werden muss. Der Ärger beginnt, aber dem Gerät ist die Situation völlig egal. Der Satz „Ich ärgere mich“ müsse deshalb heißen „Ich mache mir Ärger.“

Gelassenheit hilft immer

Drei Möglichkeiten der Reaktion: Rauslassen, Runterschlucken, körperlich anstrengen (was meistens nicht direkt möglich ist). Oder: „Schwierigkeiten mit heiterer Gelassenheit begegnen,“ betont der Referent. Und die Zeit, die dadurch gewonnen werde, anders nutzen, zum Beispiel für die kleinen schönen Dinge des Lebens.

Das setze aber voraus, dass man sein Umfeld bewusst wahrnehme. Auch nicht einfach, denn – so stellt Alexander Groth fest – „das berufliche ebenso wie das private Leben stellt heute hohe Anforderungen beziehungsweise hohe Erwartungen. Immer kürzere Fristen und ein Zuviel von allem.“

Arbeit, Partnerschaft, Kinder, Freizeit, Sport, Weiterbildung, Urlaub – das könne nicht alles Priorität haben, zumal auch die Zeit gar nicht ausreiche. Deshalb empfiehlt der Referent, „dass wir lernen, unser Bewusstsein zu beeinflussen und negative Faktoren zu reduzieren“.

Konsum hilft nicht gegen schlechte Laune

„Wären Menschen glücklicher, wenn sie sich alles, was sie sich wünschen, auch leisten könnten?“, fragt der Experte und gibt gleich die Antwort: Nein. Wer ständig schlechte Laune habe und sich dann das Super-Auto kaufe, das er schon lange haben wollte, der sei sehr wahrscheinlich auch weiterhin schlecht gelaunt.

Und wer sich grundsätzlich an Blumen erfreue und in einen fremden Raum komme, in dem nur ein kleiner Strauß stünde, der würde diesen bewusst wahrnehmen.

Alexander Groth gab mit auf den Weg: „Genießen Sie die kleinen Dinge, vielleicht werden Sie später einmal feststellen, dass es die großen Dinge waren.“

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