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Flutkatastrophe

Kooperationsvereinbarung: Aus dem Elbhochwasser lernen

Münster

Bei der Bewältigung der verheerenden Folgen der Flutkatastrophe vom Juli kann NRW von Konzepten aus dem hochwassererprobten Sachsen lernen. Die Präsidenten der Ingenieurkammern aus NRW und Sachsen unterzeichneten jetzt in Münster eine Kooperationsvereinbarung.

Von Karin Höller

Um den Wiederaufbau in NRW nach der Flutkatastrophe zu beschleunigen, unterzeichneten die Ingenieurkammer-Bau NRW und die Ingenieurkammer Sachsen eine Kooperationsvereinbarung der Kammern. Foto: imago images/Future Image

Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Bei der Bewältigung des Wiederaufbaus nach der Flutkatas­trophe vom Juli arbeiten die Ingenieurkammer-Bau NRW und die Ingenieurkammer Sachsen jetzt noch enger zusammen. Am Mittwoch unterzeichneten die beiden Kammerpräsidenten Dr.-Ing. Heinrich Bökamp (NRW), der sein Büro in Münster-Roxel unterhält, und Dr.-Ing. Hans-Jörg Temann (Sachsen) eine Kooperationsvereinbarung.

Geplant ist, dass Ingenieure vor Ort unter anderem beschädigte Häuser, Versorgungsleitungen und maschinelle Anlagen begutachten. In Abstimmung mit der Landesregierung sollen Strukturen geschaffen werden, um die Schadensregulierung für die kommunale Infrastruktur, im privaten und öffentlichen Wohnungsbereich sowie in der gewerblichen Wirtschaft zu schaffen, wie die Kammerpräsidenten bei der Vertragsunterzeichnung erklärten. „Es ist den Ingenieurinnen und Ingenieuren ein besonderes Anliegen, ihre Qualifikation in den Dienst der von der Flutkatastrophe in NRW betroffenen Menschen zu stellen“, unterstrich Kammerpräsident Bökamp.

Beide Länder sind leidgeprüft

Zur Besiegelung der Kooperation war auch der NRW-Landesbeauftragte für den Wiederaufbau, Dr. Fritz Jaeckel, zugleich Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen gekommen, der die Zusammenarbeit initiiert hatte. Jaeckel selbst hat in Sachen Katastrophenmanagement erhebliche Erfahrung. Nach den verheerenden Auswirkungen des Elbhochwassers in den Jahren 2002 und 2013 war er im Aufbaustab der Staatskanzlei in Sachsen. „Aufgrund des Schadensbildes in NRW ist die sachkundige Expertise durch wiederaufbauerfahrende Ingenieure aus Sachsen jetzt eine sehr willkommene Unterstützung“, so Jaeckel.

Nach der jüngsten Hochwasserkatastrophe an Ahr und Erft habe die Ingenieurkammer-Bau NRW bereits eine Liste mit rund 500 Ingenieuren zusammengestellt, die sich zur freiwilligen Hilfe in den Flutgebieten gemeldet hatten, erklärt Bökamp. Und die Ingenieurkammer Sachsen hat die Kontaktdaten von rund 20 sächsischen Ingenieurbüros, die ihre Hilfe anbieten, zusammengetragen, ergänzt der Präsident der Ingenieurkammer Sachsen, Dr.-Ing. Hans-Jörg Temann.

Die leidvollen Erfahrungen des ersten Jahrhunderthochwassers in Sachsen 2002 hätten bereits zu angepassten Prozessen geführt, die sich bei der zweiten Flut bewährt hätten. Temann: „Diese erprobten Konzepte können nun auch in NRW zum Einsatz kommen.“ Auf den Anlass hätte man gern verzichtet. Es sei jedoch „eine Selbstverständlichkeit, hier ein Zeichen länderübergreifender Solidarität setzen zu dürfen“.

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