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Schulerweiterungen

Ausbau von zunächst acht Schulen - Platz für 1000 Schulkinder

Münster

Schon zu Beginn der vergangenen Schuljahre waren die Plätze für Erstklässler in einigen Stadtteilen knapp. Bis 2020 erwartet die Stadt rund 1000 zusätzliche Kinder im Grundschulalter, das entspricht einem Plus von rund über 30 Klassen.

Karin Völker

Die stark nachgefragte Erich-Klausener-Realschule soll um einen Zug erweitert werden. ­Außerdem will die Stadt hier eine Zweifach-Sporthalle neu bauen. Foto: Oliver Werner

In einem ersten Schritt sollen jetzt acht Schulen entsprechend erweitert, in einem Fall sogar neu gebaut werden. Der Rat soll dem Paket am 13. Dezember zustimmen.

Die Stadtverwaltung hat am Mittwoch nach der Prüfung von zwölf Schulstandorten die ersten Ergebnisse ihrer Machbarkeitsstudie zu den notwendigen Schulerweiterungen in den Rat eingebracht. 55 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt sollen nun in diesem ersten Schritt investiert werden – der, wie Schul­dezernent Thomas Paal am Donnerstag klarstellte, „nur einige der dringenden Pro­bleme“ löse.

Abwägung von Dringlichkeit und Wirtschaftlichkeit

Erweitert werden die Kreuzschule, die Matthias-Claudius-Schule Handorf, die Mauritzschule, die Pleisterschule, die Grundschule Sprakel und die Clemens- sowie die Paul-Gerhardt-Schule Hiltrup im dortigen „kleinen Schulzentrum“. Auch die Erich-Klausener-Realschule wird um einen Zug ausgebaut und erhält eine neue Zweifach-Sporthalle. In Albachten, das durch neue Baugebiete weiter wächst, will die Stadt gleich eine zusätzliche Grundschule bauen – was sie weniger teuer zu stehen kommt als die Erweiterung der bestehenden, viel zu kleinen Ludgerusschule, wie Schulamtsleiter Klaus Ehling ausführte.

Die Abwägung von Dringlichkeit und Wirtschaftlichkeit leitete die Entscheidung, welche Schulen zuerst ausgebaut werden sollen. Beispiel Hiltrup: Dort hätte die Errichtung eines zusätz­lichen Zuges an der Ludgerus-Schule die Stadt nach eigenen Angaben zwölf Millionen Euro gekostet. Die Erweiterung um zwei Züge des kleinen Schulzentrums in Hiltrup Mitte, wo sich Clemens- und Paul-Gerhardt-Schule ein Gelände teilen, kann durch Einbeziehung des nahen Gebäudes der ­früheren Johannes-Förderschule für 4,8 Millionen Euro bewerkstelligt werden.

Weitere Ausbaupläne

Der Stadt sei es wichtig, nicht einfach nur zusätzliche Klassenzimmer bereitzu­stellen, sondern Räume zu schaffen, „die es ermög­lichen, mit einer nicht homogenen Schülerschaft differenziert umzugehen“, betonte Thomas Paal.

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Das Ergebnis der Prüfung von 17 weiteren Standorten will die Verwaltung bis zum Sommer 2018 vorstellen – und daraus weitere Ausbaupläne entwickeln. Der für die nächsten Jahre im Haushalt für Schulbau reservierte Betrag in Höhe von 67 Millionen Euro ist mit der ersten Tranche schon fast verplant, ohne laufende Sanierungen an anderen Gebäuden zu ­berücksichtigen.

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Kommentar

Plan schnell umsetzen

Es hat lange gedauert, bis die Stadt jetzt erste Pläne für ihr großes Schulerweiterungsprogramm vorgelegt hat. Die rund 1000 zusätzlichen Schulkinder werden bis 2020 da sein, die jetzt geplanten Ausbauten aber erst frühestens 2022 zur Verfügung stehen. So rennt die Stadt der Bevölkerungsentwicklung hinterher. Auch in den nächsten Jahren wird es Engpässe, vor allem in Grundschulen, geben. Die ersten Ergebnisse der Machbarkeitsstudie machen sieben Schulen und Stadtteil Albachten froh, lassen aber andere Schulen, deren Ausbau als schwer realisierbar und zu teuer bewertet wurde, enttäuscht zurück. Zu dem jetzt vorgelegten Plan dürfte es aber trotzdem kaum Alternativen geben – denn der Platz in den Schulen wird gebraucht – so schnell wie möglich. Alles, was das ohnehin verzögerte Vorhaben noch weiter verschieben könnte, wäre schwer verantwortbar.

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