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Prozessbeginn am Landgericht

Bankräuber entschuldigt sich – keine Spur von zweitem Täter

Münster

Nach dem Banküberfall auf eine Sparkassen-Filiale in den Arkaden in Münster steht ein Täter nun vor Gericht. Zu Prozessbeginn sagte der 32-jährige Münsteraner, er sei zu dem Überfall genötigt worden. Unterdessen fehlt vom zweiten Täter weiter jede Spur.

Von Jonas Wiening

Nach dem Überfall auf eine Sparkassen-Filiale an der Rothenburg fahndete die Polizei nach den zwei Tätern. Der eine Täter (gepixelt) steht jetzt vor Gericht. Nach dem zweiten Täter wird jetzt gefahndet.

Am Freitagmorgen hat am Landgericht der Prozess gegen einen der zwei Bankräuber begonnen, die im September 2021 die Sparkassen-Filiale in den Arkaden überfallen haben.

Angeklagt ist ein 32-jähriger Münsteraner. Ihm wird vorgeworfen, die Bank an der Rothenburg mit einem Komplizen, von dem weiter jede Spur fehlt, betreten und einer Bankangestellten anschließend einen Zettel vorgelegt zu haben, auf dem geschrieben stand: „Das ist ein Überfall. Ich bin bewaffnet. Machen Sie keine Fehler. Geben Sie mir das ganze Geld. Danke.“ Die Sparkassen-Mitarbeiterin übergab dem 32-Jährigen – mit dem Glauben, sein Komplize sei bewaffnet – daraufhin 20 000 Euro.

Angeklagter leugnet Tat nicht

Der vorbestrafte Angeklagte leugnete seine Tat nicht. Zu Prozessbeginn sagte der Münsteraner, er würde oft Drogen nehmen und habe Schulden in Höhe von 15 000 Euro bei Kokain-Dealern gehabt. Als er diese auch nach einiger Zeit nicht habe bezahlen können, sei er aufgefordert worden, Geldautomaten zu sprengen. Nachdem er sich geweigert hätte, diese Straftat zu begehen, sei er gezwungen worden, in ein Auto zu steigen. Er sei dann gegen seinen Willen nach Enschede in die Niederlande gebracht worden. Dort sei er eine Nacht lang geschlagen und immer wieder aufgefordert worden, eine Straftat zu begehen – so lange, bis er schließlich eingewilligt habe, mit einer ihm unbekannten Person den Raubüberfall in der Sparkassen-Filiale zu verüben.

Während der Tat habe er keine Waffe bei sich gehabt, er habe das Mitführen nur vorgegeben, sagte der Angeklagte. Im Anschluss an den Raubüberfall habe er die Beute von 20 000 Euro in einem Bus an seinen Komplizen übergeben, um seine Schulden bei den Dealern zu begleichen. Videoaufnahmen, die während der Verhandlung gezeigt wurden, sprachen dafür, dass die Geldübergabe im Bus wirklich stattgefunden hat.

Weiter keine Spur vom Mittäter

Der Angeklagte sagte, er habe den Überfall nur mitgemacht, weil er von Drogen benebelt gewesen sei. Er habe niemanden in Gefahr gebracht und er sei dazu genötigt worden. Bei einer ersten Vernehmung der Polizei habe er die Tat eingeräumt und sich kooperativ verhalten, wie die Polizei bestätigte.

Nach der Zeugenvernehmung stand der 32-Jährige auf und entschuldigte sich bei der Sparkassen-Mitarbeiterin und sagte, er habe ihr keine Angst einjagen wollen.

Die Suche nach dem Mittäter dauert unterdessen an. Der Angeklagte sagte, er hätte nur während des Tattags mit ihm zu tun gehabt und ihn nur maskiert gesehen. Er nannte einen Vor- oder Spitznamen und gab eine ungefähre Beschreibung zu Protokoll.

Die Verhandlung wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

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