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Industrielle Fertigung zu Forschungszwecken

Batteriefabrik feiert mit rund 100 Gästen Richtfest

Münster

Richtfest auf der Baustelle für die Batterieforschungsfabrik in Amelsbüren: Im Januar wird das erste Gebäude übergeben.

Nach sieben Monaten Bauzeit wurde am Dienstag im Hansa Business-Park in Amelsbüren Richtfest für das deutsche Vorzeigeprojekt für die Forschungsfertigung von Batteriezellen gefeiert. Foto: Oliver Werner

Nägel einzuschlagen – wie früher bei Richtfesten üblich – gab es am Dienstagnachmittag im Hansa-Businesspark in Amelsbüren nicht. Aus rund 600 Betonteilen besteht die 3000 Quadratmeter große Halle, deren Baufortschritt hier gefeiert wurde. 30 Meter breit, 100 Meter lang und 30 Meter hoch ist die „Prefab“ des Großprojekts Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB), das hier von der Fraunhofer-Gesellschaft in Zusammenarbeit unter anderen mit der Westfälischen Wilhelms-Universität und der RWTH Aachen sowie dem Kernforschungszentrum Jülich umgesetzt wird.

Ein gutes halbes Jahr nach dem ersten Spatenstich steht der erste Bauabschnitt und damit das vom Bielefelder Unternehmen Deckenbrock errichtete kleinere Gebäude der im Volksmund sogenannten „Batterieforschungsfabrik“ kurz vor der Fertigstellung. Im Januar sollen hier die ersten Maschinen für die Erprobung von Herstellungsverfahren für Lithium-Ionen-Batterien für unterschiedlichste Anwendungen eingebaut werden.

24 Kooperationen mit Industrieunternehmen

24 Kooperationen für anwendungsorientierte Forschung mit Industrieunternehmen gebe es bereits, sagte Prof. Simon Lux, einer der drei Leiter der Fraunhofer-Einrichtung FFB bei der Veranstaltung mit rund 100 Gästen. Darunter waren die Staatssekretärinnen Judith Pischer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie Gonca Türkeli-Dehnert vom NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft. Sie repräsentieren die Geldgeber für das international als einzigartig erachtete Projekt. 500 Millionen Euro zahlt der Bund, 180 Millionen das Land NRW.

Es war beiden Staatssekretärinnen nach den langen, kontroversen Debatten um die Vergabe des Projekts nach Münster die Genugtuung darüber anzuhören, wie schnell das Projekt nun Gestalt annehme. Es gehörte zwar nicht zur sorgfältig geplanten Choreografie der Veranstaltung, dass Pirschers Rede vom Dröhnen eines Betonbohrers orchestriert wurde. Der Baulärm unterstrich aber die Aussage, dass es bei diesem Projekt um Schnelligkeit geht.

Die FFB in Amelsbüren gilt als ein elementarer Beitrag, um technische Souveränität in der Batterietechnologie zu erlangen und damit zur Energieunabhängigkeit Deutschlands und der EU. In der FFB wird neben der Grundlagenforschung an der Batterietechnologie die Fertigung von Batteriezellen für konkrete industrielle Anwendungen entwickelt und erprobt – inklusive der Anlagen und Maschinen, die dafür nötig sind.

Freudige Gesichter unter dem Richtkranz (v.l): Prof. Simon Lux (FFB). Prof. Axel Müller-Gröling (Vorstand Fraunhofer Gesellschaft), die Staatssekretärinnen Judith Pischer und Gonca Türkeli-Dehnert, WWU-Prorektorin Monika Stoll, Bürgermeisterin Angela Stähler, Prof. Martin Winter (Meet, WWU). Prof, Jens Tübke (FFB) und Jörn Hendrik Depenbrock (Bauunternehmung). Foto: Oliver Werner

Ab 2023 werden Produktionsprozesse erprobt

Während ab 2023 in dem nun fast fertigen Gebäude erste Produktionsprozesse getestet werden, soll dies anschließend auf dem größeren Teil des Geländes im Industriemaßstab möglich sein. Prof. Martin Winter, Leiter des Batterieforschungszentrums „Meet“ der Universität Münster, betonte dabei einen wichtigen Aspekt: Die FFB gehöre dem Staat, „also uns allen“. Forschung auf diesem wichtigen Gebiet sei so unabhängig möglich.

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