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NRW-Gesundheitsminister Laumann besucht Apothekertag

„Bei der Aufklärungsarbeit gefragt“

Münster

Zwei Tage volles Programm beim Westfälisch-lippischen Apothekertag mit rund 1200 Teilnehmenden: Gewohnt klare Worte gab es dabei von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Von Wolfram Linke

Moderiert von Oliver Pauli (l.) sprachen Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening und Landesminister Karl Foto: Wolfram Linke

Es war eine Mischung aus politischer Diskussion, fachlicher Information, Netzwerkpflege und Entertainment, die die Apothekerkammer Westfalen-Lippe zum achten Westfälisch-lippischen Apothekertag, kurz „WLAT“, auf die Beine gestellt hatte – mit entsprechender Resonanz: Knapp 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, 265 vor Ort und 925 online, verzeichnete die Kammer am Wochenende.

Direkt zum Auftakt sorgte die Keynote des Sportpsychologen Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann für großes Interesse: Der Mannschaftspsychologe der deutschen Fußball-Nationalelf sprach über das Thema „Erfolg beginnt im Kopf – Misserfolg auch! Was wir von Spitzensportlern übernehmen können“.

„Zu abhängig von ausländischen Lieferanten“

Ganz im Zeichen der Corona-Pandemie stand die Rede des Schirmherrn Karl-Josef Laumann, NRW-Landesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Das System habe zwar standgehalten, durch die Pandemie seien aber auch Fehler aufgedeckt worden. „Wir haben uns zu abhängig von ausländischen Lieferanten gemacht“, ärgerte er sich. Es müsse mehr Unabhängigkeit bei Schutzmitteln geben, verwies Laumann darauf, dass etwa Schutzmasken nicht ausschließlich in Asien kaufbar sein sollten. Das gelte auch für die Grundsubstanzen der Arzneimittel.

Minister verweist auf Erreichbarkeit

Laumann unterstrich den hohen Stellenwert der Apotheken in der Krise: „Bei der Aufklärungsarbeit sind Sie besonders gefragt, weil die Apotheken eben nahe beim Menschen sind“, betonte der Minister die Botschafterrolle der Apotheker. Er erläuterte den Stellenwert der Institutionen vor Ort – es sei auch psychologisch nicht zu unterschätzen, wenn ein verschreibungspflichtiges Medikament an einem bestimmten Ort zu erhalten sei. Denn damit werde die Wertigkeit verdeutlicht. Apotheken, Ärzte und auch Krankenhäuser müssten von überall in 20 Minuten erreichbar sein.

Auszeichnung für Karin Reismann

Nach einem Grußwort von Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe diskutieren Bundesapothekerkammer-Präsident Thomas Benkert, der regionale Apothekerkammer-Vize Frank Dieckerhoff und der Noweda-Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Kuck über die Leistungen der Apotheken in der Corona-Pandemie.

In der Runde ging es zudem um die Digitalisierung im Gesundheitswesen, die ab 2022 durch die Einführung des E-Rezeptes forciert wird.

Online wie auch vor Ort bot die Apothekerkammer außerdem parallel eine umfangreiche Themenpalette in Form von Seminaren und Workshops an.

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