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Wochenmarkt auf dem Domplatz

Beschicker hört nach 46 Jahren auf

Münster

Abschied von einem Markt-Urgestein: Der Obst- und Gemüsehändler Norbert Weber hört nach 46 Jahren auf. Wie es jetzt für ihn weitergeht, steht auch schon fest.

Von Ulrich K. Coppel

Erinnerungsfoto zum Abschied mit (v.l.) Marita Weber, Norbert Weber, Silke Richter und Ramona Bedmark Foto: Ulrich K. Coppel

„Ende kommenden Jahres mache ich Schluss“, erklärte der in Münster bestens bekannte Obst- und Gemüsehändler Norbert Weber seinen sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Jahresende 2021. Genau so kam es: Samstag, an Silvester, war Weber nach 46 Jahren mit seinem großen Stand zum letzten Mal auf dem Wochenmarkt am Domplatz.

Viele Stammkunden und Kollegen nahmen dort Abschied von dem Händler aus Werne. Weber spendierte Fingerfood und Getränke. Es gab eine Umarmung nach der anderen.

1977 übernahm der heute 63-Jährige das Geschäft von seinem Vater in dritter Generation. „Einen familiären Nachfolger wird es nicht geben“, sagt er, und zeigt auf seinen Stand: „Der Anhänger mit seinen kompletten Aufbauten ist schon an einen jungen Existenzgründer verkauft. Er möchte damit umliegende Wochenmärkte, etwa in Roxel, beschicken.“

Wer nimmt seinen Platz auf dem Markt ein?

Und was wird aus dem großen Stellplatz auf dem Domplatz, der nun frei wird? „Derzeit läuft das Bewerbungsverfahren beim Ordnungsamt wohl noch. Unter den fünf oder sechs Bewerbern gibt es bisher nach meinem Wissen noch keine Entscheidung“, meint Weber.

In mehr als zwei Dritteln seiner Lebenszeit hat er Märkte beschickt, ist mitten in der Nacht aufgestanden und in den Großmarkt zum Einkaufen gefahren, bevor es dann im Morgengrauen weiter zum Standaufbau ging. „Wir mussten manchmal in Münster erst einmal dreißig, vierzig Zentimeter Schnee wegräumen, bevor wir am Domplatz überhaupt aufbauen konnten. Da waren wir schon warmgelaufen, bevor es überhaupt erst losging“, erinnert sich Weber.

Kein Mitarbeiter arbeitslos

Auch wenn er jetzt das eigene Geschäft aufgibt und beruflich kürzer tritt: Ganz vorbei wird die Arbeit auf dem Markt für Weber noch nicht sein, denn er will einem Kollegen auf dem Markt in Lünen aushelfen.

Und seine sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? „Sie haben alle neue Stellen gefunden – eine Mitarbeiterin wird in den Ruhestand gehen. Niemand wird arbeitslos sein“, erklärt er.

Für seine Zukunft als Ruheständler hat er schon Pläne: Weber will mit seiner Lebensgefährtin mit dem Wohnmobil reisen.

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