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Friedensfest auf dem Domplatz

Blaue Lämmer erhalten Zuwachs in pink

Münster

Die blauen Friedenslämmer, die bereits in vielen Ländern vertreten sind, haben Zuwachs bekommen: um 300 pinkfarbene Schweine. Die neuen Adoptiveltern holten sie beim Friedensfest auf dem Domplatz ab.

Von Sophie C. Kirschner

Beim Friedensfest auf dem Domplatz wurde die Münsterländer Friedensherde der blauen Lämmer ein letztes Mal erweitert - um 200 pinkfarbene Ferkel. Auch diese werden in Sozialwerkstätten von Hand lackiert.  Foto: Kirschner

300 Herzensschweine aus der „Münsterländer Friedensherde“ bevölkerten am Sonntag den Domplatz beim Friedensfest. Jene, die bereits ein Herzensschwein online adoptiert hatten, kamen, um es abzuholen. Mit dieser Aktion sollte ein Zeichen gesetzt werden. „Es gibt sehr viele Schweine im Münsterland, aber sie sind für die Menschen nicht mehr präsent”, erklärte Organisatorin Ingrid Hagen aus Metelen. Aufgegriffen wurde dabei der Gedanke „Alle sind gleich – jeder ist wichtig“.

Ingrid Hagen möchte, dass die Menschen zum Nachdenken angeregt werden, weil auch die Schweine ein Anrecht auf ein respektvolles Leben haben, wie sie sagt. Die Botschaft kam offensichtlich an, denn viele Menschen blieben stehen, um die Friedensherde zu betrachten und nach dem Sinn der Aktion zu fragen. Die abgeholten Schweine wurden im Anschluss stolz durch die Stadt getragen, genauso wie Hagen sich das gewünscht hatte.

Für 55 Euro pro Nase wechselten die Schweine den Besitzer. Foto: Kirschner

Die Adoptiveltern der Friedensschweine kamen aus dem ganzen Münsterland angereist, um Teil der Aktion zu sein. In 66 Gemeinden im Münsterland ist mindestens eines ihrer Friedenstiere bereits vertreten. Stolz ist Ingrid Hagen darauf, dass sogar auf jedem Kontinent der Welt Tiere zu finden seien. „Selbst im Vatikan ist eins”, weiß sie.

Lackiert in Sozialwerkstätten

Das Friedensfest sei ein reines Herzensprojekt, denn der Verein für Frieden verdiene dabei nichts. Der Kostenbeitrag von 55 Euro pro Schwein gehe komplett in die Beschaffung der Ferkel, die in Sozialwerkstätten hergestellt werden. Falls doch etwas übrig bleibe, werde der Ertrag in neue Anschaffungen für das Projekt gesteckt, erklärt Hagen.

Die Idee zu dieser Friedensherde kam der Frau aus Metelen in einem Museum in Bonn. Dort sah sie ein blaues Schaf, das ihr nicht mehr aus dem Kopf ging. Als sie erfuhr, dass das blaue Tier für Frieden steht, war die Idee der blauen Herde geboren. „Den Friedensgedanken dabei auszusäen, ist mir dabei besonders wichtig”, sagt Ingrid Hagen.

Am Ende des Tages sind alle 300 Herzensschweine abgeholt. Das 300. Schwein hat sein neues Zuhause im Schweinemuseum in Horstmar gefunden, wo es unter insgesamt 30 000 Schweinen einen ganz besonderen Platz bekommen soll.

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