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Alternativen beim Papierverbrauch

Blauer Engel und Hüllen aus Stoff

Toilettenpapier, Servietten, Geschenkpapier: Aus dem Haushalt ist Papier in seinen unterschiedlichen Formen kaum wegzudenken. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Doch es gibt Alternativen.

Michaela Töns

Toilettenpapier, Papiertaschentücher, Geschenkpapier: Sie alle gibt es auch versehen mit dem „Blauen Engel“ aus 100 Prozent Altpapier. Noch nachhaltiger ist nur die „Furoshiki“-Methode – eine japanische Technik zum Verpacken mit Stoff. Foto: colourbox.de

Küchenkrepp und WC-Papier, Taschentücher und Servietten: Im Haushalt tummeln sich viele unterschiedliche Hygienepapiere – und davon seit Jahren immer mehr. Auf rund 19 Kilo, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, habe sich der Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr eingependelt. Das sind 40 Prozent mehr im Vergleich zum Jahr 2004. Und mit der Weihnachtszeit, mit Fest­essen und Schnupfensaison, erreicht der Verbrauch sein Jahreshoch. Dazu kommen andere Papierarten wie beispielsweise Geschenkpapiere, die häufig aus frischen Fasern bestehen.

Umwelt- und Verbraucherschützer appellieren daher jetzt, Papier sparsam zu verwenden und möglichst Recyclingprodukte zu wählen. „Kaufen Sie Hygienepapiere aus 100 Prozent Recyclingpapier und nutzen Sie papierfreie Alternativen wie waschbare Stofftaschentücher, -handtücher und -servietten“, heißt es beispielsweise aus dem Umweltbundesamt (UBA).

Alternativen aus Recyclingpapier

Für jede Art von Hygienepapier gebe es eine hochwertige Alternative aus Recyclingpapier, die am sichersten über das Siegel „Blauer Engel“ zu erkennen seien. Andere Kennzeichnungen wie FSC oder PEFC oder der Hinweis „chlorfrei gebleicht“ seien weniger hilfreich. Für den „Blauen Engel“ gelten schärfere Maßstäbe als für Hygienepapiere aus Primärfasern aus Holz: In ihrer Produktion müssten dieselben Regeln eingehalten werden wie für Papierprodukte, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Mindestens genauso wichtig wie die Wahl des nach­haltigeren Papiers sei der sparsame Verbrauch.

2019 seien 1,58 Millionen Tonnen Hygienepapiere in Deutschland verbraucht worden, meldet das Umweltbundesamt mit Verweis auf den Verband Deutscher Papierfabriken. „Der Altpapier­anteil in der Produktion ging allerdings in den letzten 20 Jahren laut Verband von 75 auf 50 Prozent zurück.“ Dabei würden bei der Produktion von einem Kilogramm Recyclingpapier bis zu 2,4 Kilogramm Holz, etwa 50 Prozent Energie und 67 Prozent Wasser eingespart, so eine UBA-Mitteilung.

Papier in Zahlen

18,9 Millionen Tonnen Papier wurden in Deutschland im Jahr 2019 verbraucht, bilanziert der Verband Deutscher Papierfabriken mit Sitz in Bonn. 51 Prozent waren davon Verpackungspapiere, 36 Prozent Druck- und Pressepapiere, acht Prozent Hygienepapiere und fünf Prozent Spezialpapiere.

Dazu kommt, dass viele Papiere, die in Deutschland im Umlauf sind, aus dem Ausland stammen, wo auch die sozialen Standards in der Produktion mindestens fragwürdig seien. „57 Prozent des verbrauchten Papiers, Karton, Pappe und über 80 Prozent des Zellstoffs für die deutsche Papierindustrie stammen aus dem Ausland.“

Zeitungspapier oder Geschenktüten

Einpacken, auspacken und in den Müll: Geschenkpapier hat meist eine sehr kurze Einsatzdauer. Auch dafür gibt es nachhaltigere Alternativen. Zeitungspapier eignet sich zum Verpacken. Geschenktüten – am besten nicht foliert – können mehrfach verwendet werden. Im Trend aber liegt „Furoshiki“. Die japanische Falttechnik, die beispielsweise viele Familienbildungsstätten aktuell per Videokonferenz-Kursus anbieten und zu der im Netz viele Anleitungsvideos kursieren, nutzt große Baumwolltücher als Material. Mit wenigen Hand­griffen wird der Stoff so gefaltet, dass er einGeschenk fest umschließt – ganz ohne Klebestreifen und Geschenkbandröllchen.

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