Verdachtsstelle am Servatiiplatz

Blindgänger finden und Baum bewahren

Münster

Am Servatiiplatz/Ecke Salzstraße liegt etwas tief im Boden. Eine Bombe? Vielleicht – im schlimmsten Fall wird am Mittwoch die ganze Kreuzung gesperrt. Besonders knifflig für die Experten: Direkt an der Fundstelle wächst inzwischen ein stattlicher Baum . 

Lukas Speckmann

Der mutmaßliche Blindgänger liegt direkt neben der 50 Jahre alten Flügelnuss – die teilweise gekappt werden musste. Foto: Matthias Ahlke

Was war eher da: die Bombe oder der Baum? Die Bombe, wenn es denn überhaupt eine ist. Am Servatiiplatz / Ecke Salzstraße wird ein Blindgänger im Boden vermutet. Sollte dort tatsächlich eine Weltkriegsbombe von vor 80 Jahren liegen, wird sie mittlerweile von einem stattlichen Baum verdeckt, der vor etwa 50 Jahren gepflanzt wurde. Die Aufgabe ist also doppelt anspruchsvoll: Blindgänger finden, Baum bewahren.

Am Mittwoch (28. April) geht es los. Ab dem frühen Morgen wird eine von der Bezirksregierung Arnsberg beauftragte Spezialfirma mit der Untersuchung beginnen, berichtet Jörg Rosenkranz von der Feuerwehr Münster. Die meisten Blindgänger sind Fünf-Zentner-Fliegerbomben; für die Dauer der Entschärfung müsste dann ein Gebiet im Umkreis von 250 Metern gesperrt werden. Das beträfe nicht nur eine wichtige Straßenkreuzung, sondern auch die Bahnstrecke in Richtung Norden. Für diesen Fall liege ein detaillierter Einsatzplan bereit.

Saugbagger schont die Wurzeln

Doch auch wenn in fünf Metern Tiefe vielleicht nur ein Stück Schrott liegt: Dem Baum, einer 15 Meter hohen mehrstämmigen Flügelnuss, muss man gefährlich nahe auf die Pelle rücken. Um die Wurzeln zu schonen, kommt keine Baggerschaufel zum Einsatz, sondern ein Saugbagger der Firma Batteux – im Prinzip ein überdimensionaler Staubsauger, der das Erdreich schluckt und der oft eingesetzt wird, um in ähnlichen Fällen etwa Leitungen zu schützen.

Unter dieser Flügelnuss am Servatiiplatz wird ein Blindgänger vermutet. Der Baum ist etwa 50 Jahre alt und 15 Meter hoch – er soll möglichst erhalten bleiben. Foto: Lukas Speckmann

Der Baum leidet schon darunter, dass das Grundwasser abgesenkt werden musste. Um Platz für die Untersuchung zu schaffen, wurden auch einige Stämme gekappt. Man tut, was man kann, um die schmucke Flügelnuss zu retten, versichert Jörg Rosenkranz: „Das ist uns viel wert!“

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