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Bekannter Straßenmusiker

Blumen zum Abschied von Onkel Willi

Mit 77 Jahren ist Münsters bekanntester Straßenmusiker gestorben: Am Tag nach Bekanntwerden der Nachricht zeigt die Stadt eine große Geste – und an seinem früheren Stammplatz vor dem Rathaus machen Menschen betroffen halt.

Dirk Anger

Blumen auf den Stufen vor dem Rathaus: Abschied vom stadtbekannten Straßenmusiker Onkel Willi Foto: Dirk Anger

Es ist wieder Mittwoch, Markttag bei blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein, so wie Münsteraner und auswärtige Besucher es am liebsten mögen: Früher wäre es ein perfekter Tag für Onkel Willi auf den Stufen links vor dem Rathaus gewesen. Dann hätte Münsters stadtbekanntes Original musiziert und die Menschen auf dem Prinzipalmarkt mit seiner ansteckenden Art erfreut.

Jetzt liegen dort, wo der am Sonntag im Alter von 77 Jahren gestorbene Onkel Willi einst seine Klänge verbreitete, gelbe Rosen und zwei Sonnenblumen. Auf dem Pappschild steht mit dickem Filzstift geschrieben „Danke Onkel Willi“, daneben ist eine Gitarre gemalt. Links davon zeigt ein Schwarz-Weiß-Bild den beliebten Straßenmusiker in jüngeren Jahren. „Ist er tot?“, fragt ein Rentner aus Dortmund, der nach eigenem Bekunden fast wöchentlich mit seiner Frau nach Münster und am Mittag auf die Stufen blickt. „Der arme Kerl.“ 

Onkel Willi hat sich in vielen Jahren als Barde vor dem Rathaus ein Publikum in Münster und weit über die Stadtgrenzen hinaus aufgebaut. Bei nicht wenigen herrscht spürbar Betroffenheit über den Abschied von einem Original, das gesundheitsbedingt schon seit 2015 nicht mehr auftrat.

Die Stadt ehrt am Tag nach Bekanntwerden des Todesfalls seinen außergewöhnlichen Bürger mit einem Trauerflor an der Stadtfahne des Stadtweinhauses – ein ausdrücklicher Wunsch von Oberbürgermeister Markus Lewe, wie zu hören ist.

Kommentar: Große Geste

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