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Kampfmittelüberprüfung

Bombe am Hörsterplatz erfolgreich entschärft

Münster

Entwarnung: Kampfmittelbeseitiger haben am Mittwochnachmittag eine britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Hörsterplatz entschärft. Zuvor evakuierten Feuerwehrleute das Gebiet im Umkreis 250 Meter um den Fundort - doch nicht alle folgten der Aufforderung der Einsatzkräfte.

Von Pjer Biederstädt

Peter Asmussen (l.) und Horst Schöwe vom Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der entschärften Bombe. Foto: Pjer Biederstädt

Zwei Signaltöne zur Warnung, ein lauter Knall – dann ist alles vorbei. Nein, nicht der Blindgänger selbst explodiert am Mittwoch um 15.39 Uhr am Hörsterplatz, sondern die Feuerwerker Horst Schöwe und Peter Asmussen sprengen einen Teil des Zünders – den Detonator. „Der Zünder der britischen 250-Kilo-Fliegerbombe war stark deformiert, sodass wir nicht auf Entfernung entschärfen konnten, sondern händisch ran mussten“, sagt Schöwe.

Gute dreieinhalb Stunden zuvor: Um kurz nach 12 Uhr herrscht Gewissheit. Ein Blindgänger liegt im Erdreich. Alle Gebäude im Umkreis von 250 Metern müssen evakuiert werden. Aber nicht sofort – das Ende einer Trauung im Standesamt wird noch abgewartet. „So viel Zeit muss sein. Beim Standesbeamten unter Druck Ja zu sagen, ist nie gut“, scherzt Feuerwehrsprecher Jörg Rosenkranz.

1400 Anwohner müssen Gebiet verlassen

Gegen 13 Uhr geht es los: Die Polizei riegelt die Straßen ab, die Stadtwerke leiten Busse um, die Feuerwehrleute sperren die Promenade vom Zwinger bis zur Unterführung und klingeln an jeder Haustür. Imke Taphorn wird beim Lernen für eine Klausur überrascht. Sie ist eine von insgesamt 1400 betroffenen Anwohnern und muss nun raus aus ihrer Wohnung an der Hörsterstraße. „Dann lerne ich  im Café. Was sein muss, muss sein.“ So viel Verständnis wie die Studentin bringen nicht alle auf. Zwei Evakuierungsverweigerer müssen mehrfach aufgefordert werden, die Polizei muss laut Rosenkranz aber nicht anrücken.

In die Notunterkunft in der Halle Münsterland kommen nur 17 Personen. Die Ferienzeit spielt den insgesamt rund 100 Einsatzkräften in die Karten. Anliegende Schulen müssen nicht evakuiert werden, dafür aber zahlreiche Einrichtungen, wie etwa das Türkische Generalkonsulat, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, das Landesarchiv NRW und zwei Gefängnistrakten. Die Inhaftierten wurden jedoch vorab innerhalb der JVA verlegt, teilt Sprecherin Katja Kupka mit.

Viele Staus im Stadtzentrum

Durch die Sperrungen bilden sich viele Staus im Zentrum. Besonders knubbelt es sich laut Polizei auf der Warendorfer Straße. Doch um 15.45 Uhr ist die Gefahr gebannt, kurz danach auch der letzte Stau verschwunden.

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