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Prozess hat begonnen

Bremer Platz: Mutmaßliche Dealer vor Gericht

Münster

Zwei Angeklagte stehen seit Montag wegen Drogenhandels am Bremer Platz vor dem Landgericht. Sie wurden durch Scheinkäufe überführt.

Klaus Möllers

Landgericht Münster, Symbolbild. Foto: dpa

Wegen Handelns mit Heroin und Kokain auf der sogenannten Platte am Bremer Platz sind jetzt zwei Männer – ein 50- sowie ein 37-Jähriger – am Landgericht wegen Verstoßes gegen des Betäubungsmittelgesetz angeklagt. Beide haben ihre Beteiligung beim Verfahrensauftakt am Montag teilweise zugegeben.

Messer sichergestellt

Am 3. September vergangenen Jahres war in Folge von Ermittlungen der Polizei ein Scheinkauf bei dem Älteren in der Drogenszene dort durchgeführt worden. Das vorgetäuschte Interesse diente lediglich dazu, dem Mann das Dealen nachzuweisen. Außer Drogen stellte die Polizei ein Messer bei dem Münsteraner sicher. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er es bei sich hatte, um es im Fall einer Auseinandersetzung beim Drogenverkauf einsetzen zu können, wie es in der Anklage des Staatsanwaltes am Montag hieß.

Während einer Wohnungsdurchsuchung bei dem 50-Jährigen in Hiltrup fand die Polizei zudem eine Schreckschusspistole, geringe Mengen eines Kokain-Amphetamin-Gemisches sowie Klemmverschluss-Tütchen und eine Feinwaage. Letztere könnten ein weiterer Hinweis darauf sein, dass der Mann Drogen vorbereitet proportioniert verkauft haben könnte.

Insgesamt 30 Fälle im Zeitraum von Mitte Juni bis Anfang September 2019 werden dem Hiltruper zur Last gelegt. Von wem er den Stoff bezog, ist bisher nicht bekannt. Rund 54.000 Euro soll er mit den Geschäften eingenommen haben.

Möglicherweise nur Beihilfe

Der jüngere Angeklagte wiederum soll einen Teil der Drogen erhalten haben, um sie ebenfalls weiterzuverkaufen. Die Einnahmen habe er laut Staatsanwaltschaft an den Älteren abgeben müssen und dafür Stoff für den Eigenkonsum und etwas Geld bekommen. Dessen Anwalt erklärte am Montag, dass der 37-Jährige seine Beteiligung zugebe, es sich aber um kleinere Mengen gehandelt habe, als es ihm angelastet werde. Sein Mandant sei selbst drogenabhängig.

Die Anwältin des Hiltrupers sprach von Taten zu im Grunde gleichen Teilen, beide Männer seien gleichermaßen im Drogengeschäft aktiv gewesen. Überdies habe es sich nicht um 30, sondern wesentlich weniger Fälle gehandelt, in denen der 50-Jährige Drogen verkauft habe. Der Vorsitzende Richter gab einen rechtlichen Hinweis, nachdem die Zahl der Taten geringer gewesen sein könnte. Für den jüngeren Angeklagten komme zudem eine Verurteilung lediglich wegen Beihilfe infrage.

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