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Protest gegen "Pax Europa" in Münsters Innenstadt

Islamfeindlicher Redner niedergebrüllt

Münster

Die rechte Gruppe „Pax Europa“ hielt in Münster eine Versammlung ab. Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ hatte zum Protest dagegen aufgerufen, sodass es zum direkten Aufeinandertreffen kam .

Von Klaus Baumeister

Zur Stunde läuft der Gegenprotest des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis“ gegen eine rechte Versammlung auf dem Stubengassenplatz. Foto: Oliver Werner

Die ganze Absurdität der Situation wurde deutlich, als ein älteres Paar durch das offene Tor in dem von der Polizei kontrollierten Absperrgitter marschierte – und die Frau plötzlich zum Mann rief: „Du bist auf der falschen Seite.“

Gemeint war damit der südliche Teil des Stubengassenplatzes, auf dem die rechte Bewegung „Pax Europa“ eine Kundgebung abhielt. Auf dem nördlichen Teil wiederum demonstrierte das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ – und zwar gegen „Pax Europa“.

Islamfeindliche Parolen

Rein quantitativ war die Sache klar. Laut Polizei trafen rund 40 „Pax Europa“-Anhänger auf 150 Gegendemonstranten. Doch in erster Linie ging es bei dem demonstrativen Kräftemessen um Lautstärke. Fast schon stakkatomäßig rief der Redner Michael Stürzenberger islamkritische und islamfeindliche Parolen ins Mikrofon auf wanderte dabei auf „seinem“ Teil der Stubengasse auf und ab. Die Menschen jenseits der Absperrung skandierten unentwegt Sprüche wie „Hau ab!“, „Halt die Fresse!“ oder „Nazis verpisst Euch!“

So richtig laut wurde es dann, als Stürzenberger den brüllenden und pfeifenden Gegendemonstranten zurief: „Ihr glaubt doch nicht, dass ihr mich zum Schweigen bringt.“ Nach Angaben des bayrischen Verfassungsschutzes ist Stürzenberger „die zentrale Figur der verfassungsschutzrelevanten islamfeindlichen Szene in Bayern“ und steht der extremistische Pegida-Bewegung nahe.

Polizei bewahrt Ruhe

Seine Tour gegen den „politischen Islam“ führte ihn am Freitag nach Münster, am Samstag ist er als „Reisender in Sachen Islamhass“, wie Carsten Peters vom Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ ihn titulierte, in Osnabrück.

Die einzigen, die inmitten der aufgeheizten Stimmung ruhig blieben, waren die Polizisten. Sie trennten die Parteien und sorgten dafür, dass die Stubengasse trotz Demo und Gegendemo passierbar blieb.

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