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„KEINrundgang 21“ der Kunstakademie

Buntes an allen Ecken und Enden

Münster

In normalen Jahren pulsiert das künstlerische Leben jeden Februar beim traditionellen „Rundgang“ der Kunstakademie. Die Großausstellung der Studierenden lockt bis zu 10.000 Gäste an. Bekanntlich ist 2021 alles ein wenig anders. Deswegen musste umgeplant werden und es entstand der „KEINrundgang 21“.

Von Luca Pals

Überall in der Stadt sind die Kunstaktionen beim „KEINrundgang 21“ verteilt. Foto: Luca Pals

Samstagmittag, die Sonne strahlt, das Leben und die Stadt pulsieren – stets unter dem großen Treiben sind die Studierenden der Kunstakademie, überall in der Stadt sind sie verteilt. Zugegebenermaßen: So manches Mal ist eine Station nicht ganz klar auszumachen, das Konzept noch ein bisschen undurchsichtig. Martin Schlathölter, der an diesem Tag an der B-Side auftritt, begründet: „Das ist ein bisschen der Spontaneität geschuldet.“ Ansonsten gibt es viele Hilfsmaterialien für die Stationensuche: eine eigens eingerichtete Internetseite, der dazugehörige QR-Code inklusive virtueller Übersicht und die gute alte Stadtkarte. Also los geht’s.

An der B-Side am Hafen tritt gegen Abend Schlathölter zusammen mit Nathalie Jakob für „Uno, letzte Karte“ auf. Der Künstler erklärt: „Als die Pandemie im letzten Jahr losging, wussten wir nicht: Wie lange geht das jetzt noch so? Wie geht es jetzt weiter? Und vor allem: Was machen wir jetzt überhaupt?“ Mit Blick in den zeitlichen Rückspiegel wohl für viele Menschen ein bekanntes Szenario. Schlathölter und Jakob holten die Karten raus: „Wir haben unfassbar viel Uno gespielt. Dabei haben wir über so viel gesprochen – genau das und unsere Gefühle von damals wollen wir auf die Bühne bringen.“ Jakob spricht von einer „Verarbeitung des Lockdowns“.

Zurück in die Stadt: In der Stubengasse kommt es aktuell zu mehr Begegnungen, das Ende von Lockdown und zahlreichen Beschränkungen macht es möglich. Das Zusammenkommen von Menschen will Schlathölter hier mit einer versteckten Röhre ausnutzen, um „witzige gemeinsame Momente“ zu kreieren. Im Halb-Stunden-Takt ist ein Lachen aus dem Rohr zu hören: „Darüber reden die Menschen einfach. Meine Kunst besteht ganz viel daraus, dass Menschen zusammenkommen.“

Das passende Stichwort für das, was sich am Juridicum abspielte. Hier boten unter anderem Henri Schlößer, Jennifer Rommel, Constanze Kriester und Birthe Langner zwei voneinander durch einen Vorhang abgetrennte Räume an: „Die Menschen, die sich vorher nicht kannten, können sich jeweils in die Kabinen setzen, miteinander ins Gespräch kommen.“ Das Wichtige: „Sie sehen sich vorher und nachher nicht“, erklärt die Gruppe, die mit drei weiteren aus ihrer Klasse das Projekt auf die Beine gestellt haben und von der Resonanz am Samstagnachmittag begeistert waren: „Wir wissen nie, was passiert. Aber die Menschen kommen sehr glücklich raus.“

An der Aa entlang zur Überwasserkirche steht die Kunstausstellung der Klasse Völker. Im Innenhof in der Rosenstraße laden Bilder zum Verweilen und Nachdenken ein. Wieder zurück in die Stadt, den Drubbel entlang geht’s zur Ausstellung von Han Sol Kang und Annastasia Cormanescu. Die Studentinnen haben sich ein eigenes Alphabet überlegt und laden die Besucher zum Erraten der Wörter ein.

Das gesamte Programm geht noch bis zum kommenden Freitag, weitere Informationen zu Standorten und Terminen gibt es im Internetauftritt auf www.kr21.de.

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