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Neue Corona-Schutzverordnung

Clubs dürfen wieder öffnen

Münster

Ab Freitag gilt die neue Corona-Schutzverordnung. Danach dürfen Clubs und Diskotheken wieder öffnen. Für Nichtgeimpfte gibt es Verschärfungen - nicht nur im Nachtleben.

Von Ralf Repöhler

In Clubs und Diskotheken darf wieder getanzt werden, wenn man geimpft, genesen oder PCR-getestet ist. Foto: dpa

Endlich eine Perspektive. Clubs und Diskotheken dürfen nach der ab Freitag (20. August) gültigen Corona-Schutzverordnung wieder öffnen. „Das ist besonders erfreulich“, sagt die Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Münsterland, Renate Dölling.

Erforderlich ist ein mit den Behörden abgestimmtes Hygienekonzept. Und: Geimpfte und Genesene dürfen die Clubs besuchen, ohne Maske zu tragen. Trotzdem wird das Nachtleben für einige verschärft: „Wer nicht geimpft ist, benötigt in jedem Fall einen PCR-Test“, sagt Dölling. Das gelte auch für private Feiern, bei denen getanzt werde. Ein Corona-Schnelltest reicht nicht aus.

Mehr Normalität für Geimpfte und Genesene

Grundsätzlich begrüßt der Dehoga die neuen Vorgaben des Landes NRW, die verstärkt auf die 3G-Regel setzen. „Für die gastgewerblichen Betriebe bedeutet das eine Planungssicherheit und deutlich bessere Perspektive, geöffnet zu bleiben. Das sei besonders wichtig und lange gefordert, so Dölling.

Mit der neuen Coronaschutzverordnung, die die Regeln vereinfacht, kehrt ein Stück mehr Normalität in den Alltag zurück. Damit beschäftigte sich am Mittwoch auch der Corona-Krisenstab der Stadt. „Wer den vollständigen Impfschutz nachweisen kann, soll sich auch unabhängig von Inzidenzwerten wieder weitgehend ungehindert im öffentlichen Raum bewegen können. Das ist eine gute Nachricht“, beurteilte Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer die neuen Vorgaben aus Düsseldorf.

Inzidenz von 35 ist entscheidend

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Stadt oder Land über dem Wert 35 (am Mittwoch betrug er in Münster 37,4), greift die 3G-Regel. Die Münsteranerinnen und Münsteraner müssen in diesem Fall für bestimmte Bereiche des Lebens geimpft, genesen oder getestet sein.

Dann können sie (auch bei einem Inzidenzwert über 35) Restaurants und Clubs besuchen, in Hotels übernachten, Sport in Hallen treiben, aber auch Veranstaltungen in Innenräumen beiwohnen, körpernahe Dienstleitungen (Friseure, Kosmetik, Körperpflege) in Anspruch nehmen oder Großveranstaltungen im Freien ab 2500 Personen aufsuchen.

Club-Betreiber zögern

Dass, wie in Clubs, nichtgeimpfte Besucher nun aufwendigere PCR-Tests anstelle eines kostenlosen Schnelltests vorlegen müssen, hält Heuer für richtig. „Zum einen haben PCR-Tests mehr Aussagekraft und damit auch eine höhere Schutzwirkung. Zum anderen steigt dadurch die Motivation, sich impfen zu lassen.“ Schon heute müssen die Kosten von rund 100 Euro für einen PCR-Test meist privat getragen werden.

Wie die Stadt mitteilt, zeichnet sich auch bei den Schnelltests ab, dass sie ab dem 11. Oktober nicht mehr kostenlos möglich sind. „Ich hoffe, dass die Impfquote dann noch mal steigt. Denn letztlich ist eine hohe Impfquote die beste Antwort, die wir auf die Pandemie haben“, sagt Heuer.

Die Maskenpflicht bleibt

Unabhängig von der Corona-Inzidenz besteht weiterhin Maskenpflicht (medizinisch oder FFP2) im ÖPNV, in Supermärkten und Geschäften, in Warteschlangen und bei Großveranstaltungen im Freien mit mehr als 2500 Personen.

Schulpflichtige Kinder und Jugendliche sollen aufgrund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schultests grundsätzlich als getestet gelten und anstelle eines 3G-Nachweises ihren Schülerausweis vorlegen, so die Stadt.

Kritik an „unsinniger“ PCR-Test-Vorschrift

Verbände der Discothekenbetreiber üben scharfe Kritik an der aus ihrer Sicht „ungerechten“ und „unsinnigen“ PCR-Test-Vorschrift für ungeimpfte Gäste. „Kein junger Mensch lässt sich weit vor dem Wochenende für rund 70 Euro testen. Das ist eine Impfpflicht, die nicht so heißen und nur Druck ausüben soll“, sagte Disco-Besitzer Holger Bösch, stellvertretender Präsident des Berufsverbandes deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT), der zum Gaststättenverband Dehoga gehört, am Mittwoch. „Wir lassen uns aber nicht zum Erfüllungsgehilfen der Politik machen - vor allem nicht, wenn die Maßnahme infektiologisch keinen Sinn macht“, sagte Bösch. Der Verband werde daher seinen Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen empfehlen, vor dem dortigen Oberverwaltungsgericht dagegen vorzugehen, sagte er.

„Index“-Besitzer Holger Bösch

Bösch, selbst Eigentümer der Großdiscothek „Index“ im niedersächsischen Schüttorf, unterstreicht, dass Betreiber sich aus eigenem Interesse um größtmögliche Sicherheit für ihre Veranstaltungen bemühten. Wer seine Diskothek besuche, werde etwa ausnahmslos per Schnelltest überprüft - auch Geimpfte und Genesene. Dabei fische man auch immer wieder vollgeimpfte Infektiöse heraus. „Alle per Schnelltest zu überprüfen, kann daher aus meiner Sicht wirksam sein, damit Discos nicht zu Superspreader-Events werden. Ein PCR-Test nur für Ungeimpfte ist dagegen reine Gängelung der jungen Leute - und damit erreichen wir gar nichts.“

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