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Prof. Van Aken bei der Markomannia

„Cornavirus war nicht vorhersehbar“

Münster

Der Ärztliche Direktor des UKM, Prof. Dr. Hugo Van Aken, hat seinen ersten öffentlichen Vortrag seit der Pandemie gehalten. Dabei skizzierte er unter anderem den Umgang der Uniklinik mit der Pandemie.

Der Studentenverein Markomannia dankte Prof. Hugo Van Aken für seinen Vortrag. Foto: K. St. V. Markomannia

In seinem ersten öffentlichen Präsenzvortrag nach dem Lockdown berichtete der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Uniklinikums Münster (UKM), Prof. Dr. Dr. Hugo Van Aken, auf dem Haus des Katholischen Studentenvereins Markomannia von den Erfahrungen des UKM in der Corona-Pandemie und beantwortete die Frage, welche Lehren man aus dieser Zeit ziehen muss.

Es war dem Referenten anzumerken, dass er sich auf diesen Abend gefreut hatte: endlich wieder ein akademischer Vortrag vor Publikum statt Bildschirmen. Die Thematik, zu der Van Aken referierte, war jedoch ernst: In einem knapp 60-minütigen Vortrag skizzierte der Anästhesiologe den Verlauf der Corona-Pandemie, den Umgang des UKM mit den drei Infektionswellen und seine persönlichen Erfahrungen – im Zentrum stand jedoch die Frage: Welche Schlüsse ziehen wir aus der Pandemie?

„Entschlossene Maßnahmen“

Zum Anfang seines Vortrags stellte Van Aken klar, dass die Verbreitung des neuartigen Coronavirus alles andere als unvorhersehbar gewesen sei, wie ein entsprechendes Gutachten des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 2013 zeige. Als umso bedauerlicher befand er es, dass zu Anfang nur wenige Vorräte an Masken, Desinfektionsmitteln oder Schutzanzügen vorzufinden gewesen seien.

Als die Infektionswellen in Münster und Westfalen ankamen, habe das UKM auf entschlossene Maßnahmen gesetzt: So war es das erste Uniklinikum, das eine flächendeckende Maskenpflicht einführte, gut einen Monat bevor diese allgemein in Nordrhein-Westfalen erlassen wurde. Hierbei, so der UKM-Chef, hätte angesichts der historischen Erfahrungen aus der Spanischen Grippe schon viel früher das Maskentragen zur Pflicht gemacht werden müssen.

Die größten Probleme waren in den Krankenhäusern laut Van Aken indes nicht mangelnder Abstand oder Hygienemaßnahmen, sondern ausreichende Medikamente und Pflegekräfte.

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