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Erneute Absage des Oktoberfests

Corona bremst Wiesn-Gaudi in Münster aus

Münster

Es gab Hoffnung für ein Oktoberfest in Münster in diesem Herbst. Jetzt haben die Veranstalter angesichts von Corona aber die Reißleine gezogen – schweren Herzens, wie sie sagen.

Von Dirk Anger

Das Oktoberfest findet sich nur im Archiv: Auch 2021 muss die beliebte Veranstaltung am Albersloher Weg ausfallen. Foto: Oliver Werner

„Oans, zwoa, gsuffa“ – das wäre mal wieder schön gewesen. Doch zum zweiten Mal hintereinander sagen die Organisatoren des Münsteraner Oktoberfests wegen der Corona-Krise die beliebte Veranstaltung im Festzelt ab.

Schweren Herzens sei das geschehen, wie Bernd Redeker, Geschäftsführer der Veranstaltergesellschaft, einräumt. „Wir haben mit der Absage lange gewartet.“ Doch dann habe sich die Deltavariante des Virus ausgebreitet. „Richtig guten Gewissens kann man das Fest nicht durchführen.“ Und das Risiko eines Freudenfestes für Aerosole unterm Zeltdach wollten die Organisatoren unter diesen Umständen nicht auf sich nehmen.

Wirtschaftlich ein harter Schlag

Dabei hätten sie durchaus Aufmunterung bekommen, die Wiesn-Gaudi ab 24. September wieder stattfinden zu lassen. „Es gab viele Stimmen, die uns gesagt haben, wir sind ja alle geimpft“, erzählt Redeker. Im Sommer sei der Optimismus unter den Organisatoren noch da gewesen.

Am Ende spielten auch wirtschaftliche Überlegungen, ob man das Oktoberfest nach 2019 in diesem Jahr wieder durchführen sollte, eine Rolle. Schließlich müssen die Veranstalter nach ihren Angaben einen sechsstelligen Betrag für die Vorbereitungen investieren. Was insbesondere im Fall einer kurzfristigen Absage, sollten die Corona-Zahlen weiter steigen, verheerend sein würde, so Redeker. Schon jetzt sei die Situation für die Münsteraner Oktoberfest GmbH ein „wirtschaftliches Desaster“. „Wenn so eine Veranstaltung ersatzlos wegfällt . . .“

Von den Osmo-Hallen ins Festzelt

Zuletzt 2019 war das Festzelt Abend für Abend mit bis zu 4500 Freunden des bayrischen Brauchtums gefüllt – „fast 60.000 Gäste insgesamt“, so Redeker. So gab es deshalb ursprünglich noch den Gedanken, das Oktoberfest in diesem Jahr in einer abgespeckten Form zu machen. „Aber nur zur Hälfte oder kleiner wäre nicht dem gerecht geworden, was wir uns als Image aufgebaut haben“, meint der Gastronom.

Seit 2007 gibt es das Münsteraner Oktoberfest. Zunächst fand die Veranstaltung in den Osmo-Hallen statt. Dann wechselte man auf die Freifläche am Albersloher Weg hinter dem Jovel. Dort wurde das Zelt ob des Andrangs später immer größer.

Größtes Oktoberfest in NRW

Inzwischen wirbt man damit, das größte Oktoberfest in NRW zu sein. Das war in der Zeit vor der Pandemie. „Wir müssen jetzt verantwortungsvoll leben“, sagt Redeker und schließt das Kapitel für dieses Jahr.

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