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Steigende Infektionszahlen

Corona-Entwicklung: Stadt in großer Sorge

Münster

Mehr als 150 Neuinfektionen innerhalb von nur zwei Tagen: Die aktuelle Corona-Entwicklung in Münster treibt der Stadt Sorgenfalten auf die Stirn. Eine Verschärfung einzelner Schutzmaßnahmen wird in der Verwaltung nicht mehr ausgeschlossen.

Von Martin Kalitschke

Über die aktuelle Corona-Lage in Münster besorgt: Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer Foto: dpa

Nach dem sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen in den vergangenen Tagen schließt der Leiter des Corona-Krisenstabes eine Verschärfung einzelner Schutzmaßnahmen in den kommenden Wochen nicht aus. Es werde allerdings keine kurzfristigen „Schnellschüsse“ geben, betont Wolfgang Heuer – denn die Lage in Münster sei im Vergleich immer noch „stabil“.

Am Donnerstag waren 104 Neuinfektionen registriert worden – so viele wie an keinem anderen Tag in diesem Jahr. Allein in einer Grundschule im Südviertel wurden 15 Kinder aus sieben Klassen positiv getestet, außerdem vier Kinder in einer benachbarten Kita.

Sechs Patienten werden künstlich beatmet

Am Freitag meldete die Stadt 51 Neuinfektionen. Damit sind aktuell 492 Münsteranerinnen und Münsteraner infiziert. 23 Personen werden in Krankenhäusern behandelt, neun auf einer Intensivstation, sechs künstlich beatmet.

„Ich betrachte diese Entwicklung mit großer Sorge“, sagt Wolfgang Heuer. Sollte sie sich in den kommenden acht Wochen in diesem Umfang fortsetzen, werde der Krisenstab der Stadt Münster auch im neuen Jahr zusammenkommen. Unter dem Eindruck deutlich niedrigerer Zahlen hatte die Stadt noch vor Kurzem in Aussicht gestellt, dass der Krisenstab seine Arbeit zum Jahresende einstellen könnte – wenn die Situation dies zulasse.

„2G-Regel freiwillig anwenden“

Mit Blick auf den deutlichen Anstieg der Infektionszahlen bezeichnet es Heuer als „wünschenswert“, wenn mehr Veranstalter und Anbieter freiwillig die 2G-Regel anwenden, also nur Geimpfte und Genesene zulassen. Zudem appelliert er an die Münsteranerinnen und Münsteraner, weiterhin die Aha-Regel (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) zu befolgen – auch bei Kontakten im privaten Bereich.

Infektionen werden aktuell vor allem bei Tests in Kitas und Schulen entdeckt – sie haben hier jedoch in der Regel nicht ihren Ursprung, betont Gesundheitsamtsleiter Norbert Schulze Kalthoff. Er verweist auf ein stark verändertes, sorgloseres Freizeitverhalten. Auch Unternehmungen zu Halloween könnten ein Infektionstreiber gewesen sein.

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