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Letzte Sitzung nach 100 Tagen

Corona-Krisenstab stellt Arbeit ein

Münster

Der Corona-Krisenstab der Stadt hat am Mittwoch zum vorerst letzten Mal getagt. Oberbürgermeister Markus Lewe dankte den Beteiligten für deren Einsatz. Zugleich warnte Dezernent Wolfgang Heuer, das Virus nun auf die leichte Schulter zu nehmen – Corona sei nach wie vor da.

Martin Kalitschke

Der Corona-Krisenstab hat am Mittwoch zum vorerst letzten Mal getagt. Foto: Stadt Münster

100 Tage nach seiner ersten Sitzung hat der Corona-Krisenstab der Stadt am Mittwoch seine Arbeit eingestellt. Zumindest vorerst: Sollten die Infektionszahlen wieder deutlich steigen, werde das Gremium erneut aktiviert, so Dezernent Wolfgang Heuer, der die 41 Sitzungen des Krisenstabes geleitet hatte. „Bei der von der Kanzlerin gesetzten Grenze von 50 Neuinfektionen innerhalb einer Woche würde der Krisenstab schon längst wieder arbeiten“, betont Heuer. Davon ist die Stadt indes aktuell weit entfernt. Seit Tagen stagniert die Zahl der Betroffenen, lediglich 19 Bürger sind aktuell infiziert. Auf dem Höhepunkt der Infektionswelle waren rund 350 Personen zeitgleich infiziert.

In den ersten Krisenstab-Sitzungen wurde noch die Verhältnismäßigkeit einer einzelnen Schulschließung und einer Absage des Sends diskutiert, erinnert sich Heuer. Als die dramatischen Bilder aus Italien und Spanien um die Welt gingen und die Infektionswelle auch in Münster an Dynamik gewann, traf der Krisenstab in immer kürzerer Taktung immer folgenreichere Entscheidungen. Am 18. März kam es schließlich zum „Lockdown“.

Prävention und Information

„Die Stadt hat seit Beginn der Krise die Linie verfolgt, den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und damit insbesondere die Sorge um die Risikogruppen in das Zentrum aller Maßnahmen zu stellen“, so Heuer. Daneben setzte sie auf Information: Über eine Million Mal wurde die Corona-Info-Website des Presseamtes aufgerufen, mehr als 16 000 Anrufe gingen bei der städtischen Corona-Hotline ein, über 1000 E-Mails mit Corona-Fragen wurden beantwortet.

Corona-Chronik

29. Februar: Erster Infizierter in Münster

2. März: Erste Krisenstab-Sitzung

4. März: Erste Kita präventiv geschlossen

5. März: Erste Schule präventiv geschlossen

13. März: Stadt untersagt Club- und Tanzveranstaltungen ab

14. März: Ankauf von etwa 500 000 Schutz-Materialien

18. März: „Lockddown“: Einrichtungen, Geschäfte, Lokale, Sportanlagen, Kultureinrichtungen müssen schließen; Verbot von Veranstaltungen

26. März: Erster Todesfall in Münster

20. April: Münster führt als erste Großstadt in NRW Maskenpflicht ein, Land zieht später nach

10. Juni: 41. und letzte Sitzung des Krisenstabes

In der letzten Sitzung dankte Oberbürgermeister Markus Lewe den Krisenstab-Mitgliedern für ihren unermüdlichen Einsatz. Etliche seien in den vergangenen Wochen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gekommen, so Heuer, der an diesem Freitag zum ersten Mal seit Ende Januar einen freien Tag nehmen wird.

Wolfgang Heuer

„Ohne die disziplinierte und verständnisvolle Reaktion der großen Bevölkerungsmehrheit stünden wir heute ganz anders da“, betont Heuer. Zugleich warnt er davor, die Corona-Gefahr auf die leichte Schulter zu nehmen. Das Ende des Krisenstabes solle auf keinen Fall als Signal verstanden werden, dass nun alles vorbei sei. „Das Virus ist nach wie vor da. Die Bürger sollten weiter einen verantwortungsvollen Umgang miteinander praktizieren.“ Die weitere Bearbeitung der Pandemie soll nun in den normalen Bahnen des Verwaltungshandelns erfolgen.

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