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Cyberattacke auf FH

Online-Prüfungen im Sommer können nicht stattfinden

Münster

Nach der Cyberattacke können in der aktuellen Prüfungsphase keine Online-Prüfungen an der Fachhochschule in Münster stattfinden. Die FH betont unterdessen, dass ein schlimmerer Schaden verhindert werden konnte.

Von Jonas Wiening

Nach der Cyberattacke auf die FH Münster wird es in diesem Sommersemester keine Online-Prüfungen geben. Foto: colourbox.com (Symbolbild)

Studierende, Bewerber und Mitarbeiter der Fachhochschule Münster müssen sich weiter gedulden. Nach dem Cyberangriff auf die FH sind die wichtigen Programme weiterhin nur von innerhalb der Hochschul-Gebäude aufrufbar.

Am Freitagmittag äußerte sich Professor Dr. Sebastian Schinzel, IT-Sicherheitsbeauftragter an der FH Münster, gegenüber unserer Zeitung zu den aktuellen Problemen: „Wir haben den Angriff rechtzeitig erkannt und uns aus Sicherheitsgründen am Dienstag ganz bewusst dazu entschieden, das komplette FH-Netz vom Internet abzukoppeln.“

"Angreifer konnten keine Daten verschlüsseln"

So sei es zwar zu den aktuellen Problemen gekommen, ein größerer Schaden sei dadurch aber verhindert worden. „Die Angreifer konnten aufgrund unseres schnellen Handelns keine Daten löschen oder verschlüsseln. In welchem Maße Daten abgeflossen sind, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen“, so Schinzel.

„Deswegen möchte ich ein großes Lob an unsere IT-Experten aussprechen. Sie konnten Schlimmeres verhindern. Wenn ich mich jetzt für ein Studium einschreiben müsste, würde ich Informatik an der FH Münster wählen“, sagt Präsident Dellmann, der kein generelles IT-Sicherheitsproblem an der Fachhochschule sieht: „Wir gehen mit den Problemen nur sehr offen und transparent um.“

Video „Hackerangriff auf die FH Münster“ in Kooperation mit dem WDR

Keine Online-Prüfungen

Aktuell prüft und plant die FH Münster, wie und wann das FH-Netz wieder ans Internet angekoppelt werden kann. „In der nächsten Woche werden wir dafür einen Termin bekanntgeben“, so Dellmann.

Unterdessen hat die Fachhochschule bekannt gegeben, dass es in der laufenden Klausurenphase keine Online-Prüfungen geben werde. Alle Prüfungen würden auf Präsenz ausgelegt. Denn eben jene Präsenz-Prüfungen könnten normal stattfinden, teilt die FH mit.

Ermittlungen zu Hintergründen laufen

Auch die Ermittlungen zu den Hintergründen der Cyberattacke laufen weiter. „Da waren Profis am Werk“, ist sich Dr. Sebastian Schinzel, IT-Sicherheitsbeauftragter an der FH Münster sicher. Zu aufwendig sei diese Art eines sogenannten Hackerangriffs. Deshalb vermutet Schinzel auch keinen Einzeltäter.

Inzwischen hat die Polizei Münster den Fall an die darauf spezialisierte Staatsanwaltschaft in Köln abgegeben. Außerdem seien zahlreiche Institutionen und Bundesbehörden eingeschaltet. In der kommenden Woche werden neue Erkenntnisse zum Angriff erwartet.

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