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Dominikanerkirche

Das Foucaultsche Pendel ist wieder in Bewegung

Münster

Das Pendel schwingt wieder: Das Foucaultsche Pendel in der Dominikanerkirche in Münster hängt wieder. Besucherinnen und Besucher müssen sich allerdings noch gedulden, bis sie das Kunstwerk wieder sehen können.

 

Der Antrieb läuft, das Foucaultsche Pendel wird sich nun einschwingen. Darüber freuen sich (v.l.) Maximilian Ahlers und Norbert Bücker (NBF Feinmechanik GmbH), Sandor Söter und Dr. Klaus-Jürgen Tombrink (Institut für Physik, Uni Münster), Annegret Mantke vom Amt für Immobilienmanagement sowie Dr. Andreas Gorschlüter (Institut für Physik, Uni Münster). Foto: Stadt Münster/Michael C. Möller

Das Foucaultsche Pendel schwingt wieder in der Dominikanerkirche. Am Donnerstag wurde die Kugel an ihrem Stahlseil befestigt und der elektromagnetische Antrieb für das Pendel gestartet. "Damit ist Gerhard Richters Installation "Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel" wieder komplett", teilt die Stadt in einer Mitteilung mit. Die verspiegelten, sechs Meter hohen Glasbahnen waren bereits vor einigen Wochen in die profanierte Barockkirche an der Salzstraße zurückgekehrt.

Mitarbeiter des Fachbereichs Physik der Uni Münster, Feinmechaniker Norbert Bücker, Inhaber der NBF GmbH aus Roxel, und die Projektverantwortlichen des Amtes für Immobilienmanagement waren am Donnerstag vor Ort. Sie haben den technischen Teil des Kunstwerks, das Richter 2018 der Stadt Münster übergeben hatte, wieder in Betrieb genommen. Anfang 2020, als die Kirche für den Umbau zum Veranstaltungsort geschlossen wurde, wurden Spiegel und Kugel eingelagert, damit sie während der Bauarbeiten keinen Schaden nehmen.

48 Kilogramm schwere Kugel pendelt wieder

"Es dauert jetzt einige Tage, bis sich die 48 Kilo schwere Messingkugel an ihrem mehr als 20 Meter langen Stahlseil eingependelt hat", sagt Annegret Mantke, Projektleiterin für den Umbau der Dominikanerkirche im Amt für Immobilienmanagement. "Läuft alles nach Plan, behält das Foucaultsche Pendel dann seine Schwingungsebene von vier Metern konstant bei", heißt es in der Mitteilung der Stadt weiter.

Millimeterarbeit für Dr. Klaus-Jürgen Tombrink vom Institut für Physik der Uni Münster (l.) sowie Maximilian Ahlers von der NBF Feinmechanik GmbH: Gemeinsam fügten sie Stahlseil und Messingkugel des Foucaultschen Pendels in der Dominikanerkirche wieder zusammen. Foto: Stadt Münster/Michael C. Möller

Perfekt eingependelt seien Kugel und Seil, wenn sich im Verlauf einer Stunde die steinerne Ebene unter dem Pendel um etwa zwölf Grad entgegen dem Uhrzeigersinn dreht. Für eine vollständige Rotation um 360 Grad werden in Münster etwa 30 Stunden benötigt – die Dauer ist abhängig vom Standort zwischen Pol und Äquator. Mit einem solchen Pendelversuch hatte der Physiker Léon Foucault erstmals im Jahr 1851 die Erdrotation ohne Himmelsbeobachtungen sichtbar gemacht.

Kunstwerk ist ab November wieder zu sehen

In Münster sorgt vom Institut für Physik der Westfälischen Wilhelms-Universität entwickelte Technik dafür, dass das Foucaultsche Pendel ununterbrochen und gleichmäßig in Bewegung bleibt. In der Kugel befindet sich nach Angaben der Stadt ein Permanentmagnet, und genau unter dem Mittelpunkt der Bodenplatte ist ein regelbarer Elektromagnet eingebaut. Er werde immer dann kurz ein- und ausgeschaltet, wenn das Pendel über dem Mittelpunkt schwingt. "Der elektromagnetische Impuls lässt das Pendel jeweils zwei Meter über den Mittelpunkt hinaus schwingen", teilt die Stadt mit.

Voraussichtlich im November sei die Installation "Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel" in der Dominikanerkirche wieder zugänglich für Besucherinnen und Besucher.

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