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Sonderausstellung im LWL-Museum für Naturkunde

Das Klima – aus jedem Blickwinkel

Münster

Das Thema Klima hat viele Dimensionen – eine Ausstellung im LWL-Museum für Naturkunde hat es sich zum Ziel gesetzt, allumfassend darüber zu informieren. Die Kuratoren wagen sogar, was sich sonst nur die kühnsten Klimamodellierer trauen: einen Blick in die ferne Zukunft.

Von Ulrich Schaper

Kuratorin Lisa Wong verschafft den anwesenden Gästen einen Überblick über die neue Ausstellung. Museums-Direktor Jan Ole Kriegs (Mitte) und LWL-Direktor Matthias Löb ( Foto: Matthias Ahlke

Es gab mal eine Zeit, da war das Münsterland überspült von einem Ur-Ozean. Viele Millionen Jahre später glich es einer Wüstenlandschaft. Derzeit ist das saftige Grün charakteristisch für die sogenannte Münsterländer Parklandschaft. „Wird das Münsterland möglicherweise ein beliebtes Weinanbaugebiet?“, fragte Matthias Löb scherzhaft. Der LWL-Direktor, der gestern im Naturkundemuseum an der Sentruper Höhe die Sonderausstellung „Das Klima“ eröffnete, zog sogleich wieder eine ernste Miene. „Das könnte passieren – wahrscheinlich ist aber, dass zur gleichen Zeit 3,5 Milliarden Menschen vor den Folgen der globalen Erwärmung flüchten müssen.“

Das Thema Klima, sagt Löb, könnte gesellschaftlich nicht relevanter sein. „Seit vielen Jahren jagt ein Rekordsommer den nächsten. Wir erleben Dürreperioden und Waldbrände auf der ganzen Welt, auf die dann Starkregenereignisse und Stürme oder Schneemassen im Winter folgen.“

Zu verstehen, was mit der Welt passiert, sei nicht leicht. Die Ausstellung habe sich daher zum Ziel gesetzt, alle relevanten Themen aufzugreifen, sich dem Klima aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern.

Ausstellungsfläche von über 1000 Quadratmetern

Zwei Jahre Planungszeit stecken hinter dem, was die Besucher nun auf über 1000 Quadratmetern anschauen können. Entstanden ist ein sowohl ästhetisch gestalteter als auch didaktisch gelungener Rundgang, der bei den historischen Dimensionen des Klimas beginnt und mit einem Blick in die Zukunft endet. Auf dem Weg dorthin lernen die Besucher den Unterschied zwischen Wetter und Klima, meteorologische Messmethoden, Folgen für Ökosysteme und Menschen und aktuelle Trends der globalen Erwärmung. Sogar Details wie der Emissionshandel, die politische Dimension der Klimaverhandlungen und physikalische Grundlagen werden nicht ausgespart.

Tatsächlich ist das Klima kein Thema wie jedes andere. Es geht schlichtweg um das Überleben der Menschheit. „Wenn man sich die Erdgeschichte anschaut, dann stellt man schnell fest: Jedes Massensterben steht im Zusammenhang mit großen Temperaturschwankungen“, sagt Kuratorin Lisa Wong. Als sie das sagt, steht sie vor einer steilen Temperaturkurve, die sprichwörtlich durch die Decke des Museums ragt. Anschaulich dokumentiert diese den Verlauf des derzeitigen Klimawandels. Gemeinsam mit Juliane Lenz, Carolina Blomenkamp und Dr. Jan Ole Kriegs hat sie das Konzept der Ausstellung entworfen und anschließend zum Leben erweckt. Für die gestalterische Umsetzung sorgte LWL-Architekt Sebastian Koch.

„Diese Ausstellung ist nicht neutral. Sie bezieht klar Position. Und das ist gut so“, sagt LWL-Direktor Matthias Löb bei der Eröffnung der Ausstellung.

Handeln steht im Vordergrund

Ein wesentliches Ziel der Ausstellung sei, die Menschen wissenschaftlich fundiert, aber allgemeinverständlich zu informieren – ohne sie dabei hilflos zurückzulassen. Viele Menschen würden sich vom gängigen Katastrophendiskurs lähmen lassen. „Unsere Ausstellung wirbt ganz klar für das Handeln“, sagt Löb.

Kuratorin Wong ergänzt: „Ich glaube, das ist etwas ganz Wichtiges, dass man den Menschen eine Vision von der Zukunft anbietet, auf die wir alle hinarbeiten können.“

Die Ausstellung

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