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Arbeitskreis Demenz nutzt Welt-Alzheimertag

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Münster

Der Arbeitskreis Demenz nutzte am Dienstag den Welt-Alzheimertag, um über Alzheimer und Demenz aufzuklären. Denn die Krankheit betrifft nicht nur rund 4000 Münsteraner, sondern auch die vielen Menschen in ihrem Umfeld. Und genau auf die kommt es an.

Von Björn Meyer

Der Arbeitskreis Demenz war am Dienstag zahlreich vor St. Lamberti vertreten. Anlässlich des Welt-Alzheimertags gab es für Passanten die Möglichkeit, sich mittels Infomaterial und Gespräche über Alzheimer und Demenz zu informieren. Foto: Oliver Werner

Bunte Wimpel wehen am Dienstag über dem Stand, der vor St. Lamberti aufgebaut ist. Doch was da so fröhlich wirkt, hat einen ernsten Hintergrund. Der Arbeitskreis Demenz nimmt den Welt-Alzheimertag zum Anlass, um über Demenz aufzuklären. Aus gutem Grund, rund 1,6 Millionen Menschen sind der Stadt Münster zufolge von Demenz betroffen, ein Großteil davon an Alzheimer erkrankt. Rund 4000 Betroffene sollen es in Münster sein.

Eine der Frauen und Männer, die an dem Stand beraten, ist Ulrike Kruse vom „Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz Münster und das westliche Münsterland“. Sie sagt: „Es gibt immer noch Berührungsängste, auch wenn sich in den vergangenen Jahren viel gewandelt hat.“ Soll heißen, über Demenz, die Nöte und Sorgen Betroffener und Angehöriger wird mehr geredet, aber noch zu wenig. Und genau darauf komme es auch an, findet Kruse: „Offen zu sprechen ist das Erste und Wichtigste, was man beim Verdacht auf Demenz zunächst machen kann.“ Kruse wirbt dafür, sich nicht lange mit dem Verdacht herumzutragen, sondern sich um eine Diagnostik zu bemühen. Dass sei schon deshalb sinnvoll, weil es gar nicht ausgemacht sei, dass sich der Verdacht bestätige. Es gebe auch andere Krankheiten, bei denen die Symptome zunächst ähnlich seien.

Demenz ist eine Familienkrankheit

Zudem sei es wichtig, Betroffene nicht alleine mit ihrer Bürde zu lassen. Demenz, so Kruse, sei eine Familienkrankheit, weil die ganze Familie von den Folgen betroffen sei. „Daher wollen wir auch möglichst viele informieren“, sagt sie und zeigt auf den großen Stand hinter ihr. Wenn das Netz um die Betroffenen – Familie, Freunde und Nachbarn – mitmacht, könnten Demenzkranke lange zu Hause leben. „Und in seinem gewohnten Umfeld bleiben, das ist doch das, was jeder möchte“, sagt Kruse. Neben den Gesprächen mit Vertrauten, ist der erste niederschwellige Schritt, zu dem Kruse rät, der Weg zum Hausarzt.

Bestätige sich die Diagnose, dann sei das Umfeld gefordert. Es gelte sich auf den Erkrankten einzustellen, weil das andersherum eben nicht mehr so gut funktioniere. Kruse betont: „Es geht darum, die betroffene Person zu stärken und ihr nicht das Gefühl zu geben, dass sie immer wieder verbessert oder drangsaliert wird.“ Schaffe man das, werde man merken, dass der Umgang mit dem Betroffenen entspannter werde. Kruse: „Das ist nicht einfach, aber möglich.“

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