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Veränderung in Münsters Feier-Szene

Dauerbrenner im Nachtleben schließt

Münster

Fast 50 Jahre gehörte er zu Münsters Nachtleben. Jetzt ist für einen der ältesten Clubs in Münster das Ende besiegelt.

Dirk Anger

Gerald Wissel beendet die Geschichte des Nachtclubs am Roggenmarkt, für den der Elefant als Namenspate stand. Foto: Dirk Anger

Der Elefant steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Für den gleichnamigen Nachtclub, der in den vergangenen fast 15 Jahren als „The Elephant Lounge“ firmierte, ist das Ende besiegelt. Und das münsterische Nachtleben damit um einen Dauerbrenner ärmer.

Am 9. Februar öffnet die „Elephant Lounge“ am Ende der langen Passage nach Angaben von Betreiber Gerald Wissel das letzte Mal seine Türen. „Dann wird es an dieser Stelle den Elefanten als Marke und Club nicht mehr geben.“ Einzig eine lose Party-Reihe unter dem Namen „Elephant Lounge on Tour“ in verschiedenen Lokalitäten soll später noch an den Dino der münsterischen Feier-Szene erinnern.

„Ausgehverhalten und Gastronomie haben sich verändert“, erläutert Gerald Wissel den finalen Schnitt. „Wir hatten das schon oft vor“, erzählt er. Doch wegen seiner Tradition sei der Elefant immer noch gefragt gewesen. Mehrmals wurde in den vergangenen Jahren drinnen umgebaut. Die markante Theke in der Mitte des Ladens ist schon vor einigen Jahren verschwunden.

Anderes gastronomisches Konzept

Der Ü30-Club am Roggenmarkt hat in den fast 50 Jahren seines Bestehens viele Freundschaften entstehen lassen und nicht wenige einsame Herzen zusammengeführt – manche gar fürs Leben. „Hier ist viel passiert im Laden“, sagt Wissel.

Bei den Skulptur-Projekten 2017 avancierte der Club gar zum Kunstwerk rund um Schlager. In Endlosschleife lief dort zehn Stunden täglich der Film der Skulptur-Projekte-Künstler Barbara Wagner und Benjamin de Burca. Viel mehr geht kaum.

Jetzt soll ab dem Frühjahr am Roggenmarkt ein anderes gastronomisches Konzept zum Tragen kommen, um „nach einem kleinen Umbau zeitgemäß wieder ans Netz zu gehen“. Viel mehr will Wissel aber nicht preisgeben. An den ersten beiden Februar-Wochenenden steht zunächst das „Club Closing“ an – und damit die letzte Gelegenheit für das Stammpublikum, sich zu verabschieden. „Teilweise haben hier drei Generationen zusammen gefeiert“, blickt Wissel zurück.

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