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Debatte um Uni-Namensgeber

Veranstaltung zur Wilhelm-Ausstellung im Fußgängertunnel am Schloss

Münster

Eine Veranstaltung im Schloss eröffnete die Ausstellung über Kaiser Wilhelm II., den umstrittenen Namensgeber der Universität. Der Senatspräsident stellte einiges dazu klar.

Von Karin Völker

An dieser Station geht es um die Aufrüstung im Kaiserreich, speziell der Marine, unter Kaiser Wihelm II. Die Ausstellung schafft dabei einen spielerischen Zugang. Foto: Karin Völker

Die Sorge der Schöpfer der vielen kleinen weißen und schwarzen Holzschiffchen war ganz unbegründet. Kaum war am Dienstagabend die Ausstellung über Kaiser Wilhelm II. im Fußgängertunnel unter dem Schlossplatz eröffnet, hatten sich schon die ersten Besucher ins „Marine-Wettrüsten“ vertieft. Wer kann mehr Schiffchen aufeinanderstapeln, ohne dass der Turm einstürzt?

Auch für Kaiser Wilhelm II., das demonstrieren viele in der Ausstellung gezeigte zeitgenössische Karikaturen, waren die damals modernen Waffen und Kriegsschiffe in mancher Hinsicht eine Art Spielzeug – weshalb der Ansatz, in diesem Teil der Ausstellung einen spielerischen Zugang zum Thema zu schaffen, nicht ganz fern liegt, wie ein Besucher sagte.

Entscheidung voraussichtlich im kommenden Jahr

Zuvor war die die Namensdebatte der WWU begleitende Ausstellung mit dem Titel „Zeitgemäß?“ mit einer Veranstaltung in der Aula des Schlosses eröffnet worden. Der Senat als Parlament der Hochschule wird voraussichtlich kommendes Jahr eine Entscheidung über den Namen treffen.

„Wer sich auf einen Weg macht, weiß nicht, wo er ankommt“, sagte dessen Vorsitzender, Prof, Hinnerk Wißmann, zu dem Prozess, der möglicherweise zu einer Umbenennung der Westfälischen Wilhelms-Universität führen werde.

Wißmann stellte aber auch klar, dass es bei der Namensdebatte nicht um einen „Bildersturm hochmütiger Nachgeborener“ gehe und auch nicht um die Entscheidung am Ende, sondern darum, dass der Universität der Umgang mit ihrem Namen gelinge. Wißmann merkte ebenfalls an, dass eine Universität, „anders als eine Straße nur Universität heißen“ könne. Und: „Eine Namensgebung ist immer eine Wette auf die Zukunft“, fügte der Senatsvorsitzende an.

Namensgebung ist immer eine Wette auf die Zukunft

Dr. Eckhard Kluth, Leiter der Kustodie der Universität, der das Projekt federführend begleitet, hatte vor der Eröffnung ebenso wie die Design-Studierenden der FH Münster, die die Ausstellung entwickelt und realisiert haben, zuletzt Tag und Nacht Hand im Tunnel angelegt. Kluth dankte der Stadt, dass sie diesen „Potenzialraum“ zur Verfügung gestellt habe.

Wände wurden gezimmert und aufgestellt, viel Technik installiert. So werden an einem Wandtelefon Auszüge von Feldpostbriefen aus dem ersten Weltkrieg abgespielt, bewegte Lichtinstallationen holen Besucher in die Kaiserzeit und beleuchten Widersprüche zwischen den möglichen Sichtweisen auf die Person Wilhelms II.

Die Studierenden Shajan Pieper und Larissa Korte berichteten davon, wie nah sie selbst dem Thema und der Person Wilhelms durch die Arbeit an der Ausstellung gekommen seien – „abseits der unzähligen Fahrten zum Baumarkt.“

Kommentar: Sehr professionell

Bis zum 7. August ist die die Ausstellung täglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Weitere öffentliche Veranstaltungen zum Thema sind geplant.

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