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Elektrokleinstfahrzeuge

Demonstration für Mono-Wheel und E-Skateboard

Münster

Sie sind leise, umweltfreundlich - und auf deutschen Straßen nicht zugelassen: sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge wie E-Skateboards oder Hoverboards. In Münster haben nun Menschen dafür demonstriert, dass die Fahrzeuge zugelassen werden.

Von Helmut P. Etzkorn

Ob Mono-Wheel oder E-Skateboard - Fans der ungewöhnlichen Fahrzeuge haben am Samstag in Münster demonstriert. Foto: hpe

Drei Jahre lang fuhr Erik Hißler stehend auf seinem kleinen Elektrofahrzeug, dass eigentlich aussieht wie ein  größerer Schuhkarton mit einem Rad drunter, zu seinem Bäcker in Frankfurt. Bis ihn die Polizei erwischte und den Mann samt seinem ungewöhnlichen Vehikel im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Verkehr zog.

Denn sein umweltfreundliches Fortbewegungsmittel darf nicht im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden, so der Gesetzgeber.

"Geräuschlos und ungefährlich"

„Ich kann eigentlich nur noch in meinem eigenen Garten rollen, obwohl dieses Gerät geräuschlos, ungefährlich ist und keinerlei Emissionen verursacht“, so Hißler. Am Samstag rollt er mit rund 50 Gleichgesinnten bei der Demo „Free Hands Ride“ durch Münster und erntet erst einmal von den Passanten ungläubige Blicke.

Die Demo-Teilnehmer waren am Samstag mit ihren ungewöhnlichen Gefährten in Münster unterwegs. Foto: hpe

„Viele Menschen glauben, so etwas sei gefährlich. Ist es aber mit ein bisschen Übung überhaupt nicht“, so Hißler. Nach zwei Stunden und 23 Münster-Kilometern klappt er sein Elektromobil zusammen, verstaut es in einem Tragebeutel und macht sich per Zug auf dem Rückweg in die Main-Metropole.

Fahrzeuge sind auf den Straßen verboten

„Wir fördern eine innovative Mobilitäts- und Verkehrspolitik, benutzten umweltbewusste und platzsparende Fahrzeuge als sinnvolle Alternative der Verkehrswende. Aber dürfen es nicht, weil es einfach im öffentlichen Straßenraum verboten ist“, ärgert sich Lars Zemke, Chef des Bundesverbandes Elektrokleinstfahrzeuge „Electric Empire“.

In kaum einer bundesdeutschen Metropole durfte er bislang mit seinen Fahrzeugen, die ohne Lenkstange gesteuert freihändig gefahren werden, rollend demonstrieren. „Wir sollen die Dinger tragen, aber das ist ja völlig absurd“, so Zemke. Nachdem sich Anwälte eingeschaltet hatten, durfte die Demonstranten nun unter Polizeibegleitung „fahrend unterwegs sein“.

"Wichtiger Beitrag zur Entlastung des Autoverkehrs"

Man habe durch die vielen Leih-E-Sccoter, die überall herum,liegen, einen schlechten Ruf, meint Zemke. Da seine Kleinstfahrzeuge, die oft einem Rollbrett ähneln, aber im Eigentum des jeweiligen Besitzers sind und nicht als Verleihobjekt wie Scooter angeboten werden, sieht er keine Probleme für die Stadtgesellschaft. „Sie stehen nicht rum, weil man sie immer dabei hat“, so der Vorsitzende.

Geeignet seien sie von „sechs bis 70“. Ihre kleinen Elektroflitzer schätzen die Demonstranten als „wichtigen Beitrag zur Entlastung der städtischen Autoverkehrs“ an. Gerade Oberzentren wie Münster seien ein „idealer Experimentierraum“.

Dirk Borchardt

Sprecher Dirk Borchardt: „Es bedarf jetzt Menschen, die über den Tellerrand hinaus schauen können. Monowheel, Onewheel und E-Skateboard sind nur deshalb nicht bekannt, weil es Behörden verpasst haben, realistische Regelungen und Genehmigungen zu finden.“

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