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Prozesse zum Missbrauchskomplex

Der Fall Münster: Wer bislang angeklagt ist

Münster

Der Missbrauchsfall rund um einen Münsteraner zieht weite Kreise. Seit die Ermittler den Fall öffentlich machten, wurden viele Verdächtige ermittelt. Am Dienstag begann der erste Prozess, die weiteren starten am 12. November. 

Gunnar A. Pier

In einer inzwischen abgerissenen Gartenlaube in Münster soll es wiederholt zu Missbrauch gekommen sein. Foto: Oliver Werner

Am Dienstag begann der erste Prozess im Missbrauchskomplex von Münster. Am 12. November startet der Prozess, in dem unter anderem der mutmaßliche Haupttäter Adrian V. angeklagt ist. Die Angeklagten im Überblick:

Der 27-jähriger Münsteraner Adrian V. steht im Mittelpunkt des Verfahrens. Er soll über lange Zeit wiederholt Kinder schwer sexuell missbraucht haben, dazu versetzte er sie mitunter mit Gammabutyrolacton in wehrlosen Zustand. Der Hauptverdächtige war nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seit 2013 mit der Mutter eines jetzt elfjährigen Jungen liiert, für den er eine Art Vaterrolle übernahm. Dieses Kind aber missbrauchte er regelmäßig schwer und bot es anderen Männern zum Missbrauch an.

Taten gefilmt und im Darknet verbreitet

Seine Taten soll V. fotografiert und gefilmt und die Aufnahmen über das sogenannte Darknet verbreitet haben. Vom 24. bis 26. April 2020 traf er sich mit drei nun ebenfalls angeklagten Männern in einer Kleingartenanlage in Münster. Nach Bewertung der Staatsanwaltschaft war das alleinige und zuvor vereinbarte Ziel der Zusammenkunft, zwei Kinder über mehrere Tage schwer sexuell zu missbrauchen. Der 27-jährige Münsteraner ist unter anderem wegen des Besitzes und des öffentlichen Zugänglichmachens kinderpornografischer Schriften vorbestraft.

Diese Personen sind außerdem angeklagt

Die 45-jährige Mutter des Hauptangeklagten Adrian V. war Eigentümerin der Gartenlaube in Münster-Kinderhaus, die regelmäßig Tatort der Missbrauchstaten war. Sie soll die Laube ihrem Sohn und den Mitangeschuldigten in dem Wissen überlassen haben, dass dort Jungen sexuell missbraucht werden sollten.

Einem 42-Jährigen aus Schorfheide wird schwerer sexueller Missbrauch vorgeworfen. So soll er beim Treffen im April in Münster dabei gewesen ein. Zudem wird ihm vorgeworfen, im August 2018 einen damals neunjährigen entfernten Verwandten und 2020 unter anderem seinen eigenen Sohn (7) missbraucht zu haben.

Ein 30-Jähriger aus Staufenberg soll seinen eigenen Sohn in der Wohnung in Staufenberg bei vier unterschiedlichen Gelegenheiten missbraucht haben und brachte den Fünfjährigen auch zum Treffen im April in Münster mit. Zudem missbrauchte er ein Mädchen – die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich dabei um seine zu dem möglichen Tatzeitpunkt fünf Jahre alte Tochter gehandelt haben könnte.

Ein 35-Jähriger aus Hannover soll an schwerem sexuellem Missbrauch unter anderem vom 24. bis 26. April 2020 in der Gartenlaube beteiligt gewesen sein.

Einem 53-jährigen Mann aus Norderstedt werden schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes sowie Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Der Prozess wurde abgetrennt und am Dienstag eröffnet.

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