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Prof. Eberhard Nieschlag feiert 80. Geburtstag

Der „Grandmaster of Testosterone“

Münster

Fruchtbarkeit und Schwangerschaftsverhütung – das ist ein Thema nicht nur für Fauen, sondern genauso Männersache Für dieses heute selbstverständliche Wissen steht in der internationales Forschung Prof. Dr. Eberhard Nieschlag. Der münsterische Reproduktionsmediziner wird am 16. Juli 80 Jahre alt.

Prof. Eberhard Nieschlag mit seinem Porträt – das ihm die Mitarbeiter zum Ruhestand geschenkt haben und das in der Bibliothek des CeRA hängt. Foto: WWU/Peter Leßmann

Wenn Carl Djerrassi, der „Vater der Antibaypille“, von Kalifornien nach Deutschland kam, hatte er meist zwei Ziele: einen Fachkongress in Berlin, Hamburg oder München und – die Universität Münster (WWU). Denn dort arbeitet bis heute ein Mann, mit dem der Chemiker eine lange Freundschaft verband. Anekdoten über Prof. Eberhard Nie­schlag gibt es viele, doch kaum eine sagt mehr aus über das Ansehen, das dieser Wissenschaftler der WWU weltweit genoss und genießt, wie es in einer Würdigung der Medizinischen Fakultät heißt. Am 16. Juli feiert Prof. Nieschlag, Gründer und langjähriger Direktor des heutigen Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA) seinen 80. Geburtstag. Der Testosteron-Experte legte etliche Grundsteine in der Andrologie, dem Gegenstück zur Gynäkologie.

Gefragt in nationalen und internationalen Gremien

Nieschlag ist sein Leben lang in verschiedenen nationalen und internationalen Gremien gefragt gewesen. So war er noch bis 2019 für die Bundesärztekammer, der Dachorganisation aller deutschen Landesärztekammern, im wissenschaftlichen Beirat tätig. Bei der Bewältigung ethischer und sozialer Herausforderungen, die aus neuen Entwicklungen wie der „künstlichen Befruchtung“ resultierten, wurde seine Expertise eingeholt. Als einer seiner großen Schwerpunkte forschte der zweifach Promovierte über Jahrzehnte an der Pille für den Mann.

Der „Grandmaster of Testosterone“ – zu dem ihn die amerikanische Androgen Society aus aktuellem Anlass kürte – betreute während seiner Laufbahn 182 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 140 Doktoranden. Seine Nachfolger, Prof. Sabine Kliesch und Prof. Stefan Schlatt, führten das Konzept der engen Verzahnung von klinisch-naturwissenschaftlicher Forschung und der praktischen Anwendung erfolgreich fort.

Behandlung von unerfülltem Kinderwunsch

Der Ruf der Universität Münster erreichte den Gebürtigen Bonner 1976: Eine neue interdisziplinäre Abteilung zur Behandlung von unerfülltem Kinderwunsch sollte dort aufgebaut werden. Noch heute geht der Emeritus fast jeden Tag ins ins CeRA – auch an seinem Geburtstag.

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