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„Open House“ von Freitag bis Sonntag

Der Speicher ist wieder offen

Münster

Zum ersten Mal seit 2019 wird der Speicher 2 am Kreativkai wieder zum „Open House“. Von Freitag bis Sonntag öffnen 32 Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers und präsentieren ihre neuesten Arbeiten.

Von Martin Kalitschke

Beim „Open House“ präsentiert unter anderem Chiemi Nakagawa neue Arbeiten. Foto: kal

Der Künstler und sein Atelier – das ist eine ganz besondere, in der Kunstgeschichte immer wieder verklärte Beziehung. Eigentlich. In Zeiten der Pandemie sah das jedoch anders aus. „Ich hatte nur mich selbst in meinem Kopf“, sagt die freischaffende Künstlerin Nadia Pereira Benavente, deren Atelier sich im Speicher 2 befindet. „Während des Lockdowns habe ich viel gearbeitet, doch es gab keinen Austausch. Seit einem Jahr habe ich für meine Arbeit kein Feedback mehr bekommen.“

Diese Zeit ist nun, hoffentlich, vorbei. Die Pandemie scheint auf dem Rückzug zu sein, die Menschen dürfen wieder zusammenkommen – endlich. Damit steht dem traditionellen Rundgang durch die Ateliers im Speicher 2 am Kreativkai, dem „Open House“, nichts mehr im Wege – am heutigen Freitag von 19 bis 23 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 12 bis 18 Uhr. 2020 musste er noch ausfallen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Besucherinnen und Besucher müssen lediglich eine Maske und die Luca-App mitbringen.

Blick hinter die Kulissen

32 Künstlerinnen und Künstler öffnen ihre Ateliers. „Ein Blick hinter die Kulissen“, sagt Merle Radtke, Leiterin der Kunsthalle Münster, die parallel zum „Open House“ ihr 30-jähriges Bestehen feiert. „Ateliers sind ein intimer Raum, ein Rückzugsraum“, es sei alles andere als selbstverständlich, dass die Künstler für drei Tage ihnen zum Teil völlig unbekannte Menschen hineinlassen, sagt Radtke.

Auch Nadia Pereira Benavente wird ihre Werke präsentieren – unter anderem 70 wenige Zentimeter große Gesichter aus Keramik, die in ihrer Buntheit für Diversität stehen.

Papierarbeiten und tote Hasen

Papierarbeiten präsentiert die aus Japan stammende freischaffende Künstlerin Chiemi Nakagawa. Sie lebt in Altenberge und sieht immer wieder tote Hasen auf der Straße. „Irgendwann gewöhnte ich mich daran“ – ohne es so richtig zu wollen. Und so zeichnete sie Bilder mit Hasen-Kadavern, die dazu anregen sollen, was von einem Lebewesen bleibt, wenn nur noch der Körper übrig ist.

Sandra Pulina hat Siebdrucke mit scheinbar endlosen Zahlenreihen geschaffen – Notizen aus einem Büchlein, das sie auf dem Dachboden der Großeltern gefunden hat: eine Kritik am Daten-Overflow. Peter Karpinski präsentiert methodische Zeichnungen, für ihn künstlerisches Neuland. Maike Denker war im Lockdown viel in der Natur unterwegs – und schuf daraufhin Drucke aus natürlichen Farbstoffen von Pflanzen.

Open House, Speicher 2, Kreativkai, Freitag 19 bis 23, Samstag und Sonntag 12 bis 18 Uhr.

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