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Stefan Rosendahl hat sich im Aatal niedergelassen

Der Tanzsaal wird jetzt Atelier

Münster

Der neue „Aatal“-Eigentümer Stefan Rosendahl war der erste Künstler, der die Ateliergemeinschaft „Bremsenprüfstand“ am Schleebrüggenkamp verließ, nachdem die Künstler nach neun Jahren ihre Ateliers wegen eines Eigentümerwechsels räumen mussten. Auf der Suche nach einem Atelier wurde Rosendahl jüngst in der Bauerschaft Aldrup fündig – an der Grenze zwischen Sprakel und Greven.

Peter Sauer

Der Münsteraner Stefan Rosendahl eröffnet im Aatal einen Kultur-Hotspot. Foto: Peter Sauer

Der gelernte Steinmetz, der nicht nur bekannt ist für seine überproportionalen Hände, Beine oder Hinterteile im Fokus der „Einzigartigkeit des menschlichen Körpers“, kann auch beim Hausumbau selbst gut planen und kräftig mitanpacken. „Für mich ist das weitläufige Gebäude von 1905 samt Außenflächen ein Glücksfall“, sagt der 50-jährige gebürtige Münsteraner. „Es ist wunderbar inspirierend, die Natur hier so nah zu erleben im spannenden Wechsel ihrer Jahreszeiten“, sagt Stefan Rosendahl.

Im ehemaligen Tanzsaal entsteht sein Atelier, im ehemaligen Restaurant das von ihm und seiner Frau konzipierte Kulturcafé mit Bühne für Ausstellungen, Lesungen und als Begegnungsort. Neue Tische und Stühle sind schon da. Die kultige Theke aus dem Tanzsaal poliert Rosendahl ebenso wieder auf Vordermann wie die rustikale Tresentheke im Eingangsbereich. „Der alte Beleuchtungsmast draußen funktioniert sogar noch“, freut er sich. Möglicherweise kommt bei der künftigen Namensgebung noch ein „r“ dazu für „Aartal“, indem sich das Wort „art“ (Kunst) verbirgt.

Ein neues Dach, Dämmung der Außenmauern, Entkernungen und Probleme mit der Statik liegen hinter ihm. Kein leichtes Unterfangen, da auch am Volumen des Bauwerks nichts verändert werden durfte. „Der ‚Aatal‘-Umbau ist mein größtes und längstes Bildhauerwerk“, sagt Rosendahl.

Bei allem Tatendrang durchkreuzte die Corona-Pandemie alle Pläne. „Alles verzögert sich aufs Neue“, sagt Stefan Rosendahl, der seit Monaten auch als Künstler keine Aufträge mehr hat. „Ich peile jetzt den Herbst für die Öffnung an.“ Dann soll es auch eine Ausstellung in der Galerie Pamme-Vogelsang in Köln geben. Seit 20 Jahren gibt Rosendahl sein Wissen landesweit weiter, in Projekten an Schulen: „Leider ruht dieses Standbein auch.“

Neben eigenen Arbeiten setzt Rosendahl zudem auf Kooperation. Wo früher die Kegelbahn war, soll ein Atelier für eine noch unbekannte Künstlerin oder einen Künstler entstehen. Bewerben kann man sich für die Atelierbeteiligung per Email an: bildhauer@stefanrosendahl.de.

Und wo sind seine „Bremsenprüfstand“-Kollegen untergekommen? Thomas Gerhards und Werner Rücke­mann, die noch bis zum 5. März in der Galerie Artroom in Düsseldorf ausstellen, haben ein Atelier in der ehemaligen Oxford-Kaserne in Gievenbeck gefunden, Steinbildhauer Ulrich Rothmund wurde im Bürgerhaus Kinderhaus fündig und Jaimun Kim in Enniger.

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