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44 Corona-Infektionen nach 2G-Party

Stadt sieht bislang keine Verfehlungen 

Münster

Die Zahl der Infektionen nach einer Party im Cuba Club in Münster ist am Freitag von 26 auf 44 gestiegen. Der Betreiber sagt, er habe alle Vorgaben des Landes eingehalten. Das bestätigt bislang auch die Stadtverwaltung. Allerdings wird der Impfstatus der Betroffenen noch geprüft. 

Von Björn Meyer

In einem Club in Münster haben sich trotz 2G-Regel zahlreiche Partygäste mit dem Coronavirus infiziert. Foto: dpa/Symbolbild

Ulrich Horstmeier, der Betreiber des Cuba Club, saß am Freitagmittag in seinem Laden. Von dort aus hatte er einen guten Blick auf die Fernsehteams, die das Tanzlokal in der Achtermannstraße von außen filmten.

Denn seitdem die Stadt Münster am Donnerstag veröffentlichte, dass es bei einer Party in einem münsterischen Club zu – zunächst – 26 Corona-Infektionen gekommen sei, hat der Cuba Club, vormals als Cuba Nova bekannt und seit Jahren eine Institution im Nachtleben der Stadt, nationale Bekanntheit erlangt.

Großer Medienrummel

Die größten Medienhäuser der Republik griffen das Thema auf. Am Freitag teilte die Verwaltung mit, dass es mittlerweile 44 Infizierte mit Bezug zu der Party am 3. September gebe. 32 Betroffene seien Münsteraner. Die mediale Aufregung um den Vorfall können allerdings sowohl der Betreiber als auch Münsters Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer eigenen Angaben zufolge nicht nachvollziehen.

Seitdem der Cuba Club wieder geöffnet hat, werde von Gästen der 2G-Status erwartet, so Horstmeier. Mehr also, als die Regeln des Landes NRW vorsehen, die für Club-Innenräume neben der 2G-Regel auch die Möglichkeit eines PCR-Tests beinhalten. Horstmeier versichert, dass seine Mitarbeiter am Einlass zum Impfzertifikat auch den Personalausweis der Gäste verlangt hätten.

Zurück zur Luca-App

Zusätzlich verfüge der Cuba Club über eine Belüftung, die auf Luftfilterung basiere. Diese, so die Stadtverwaltung, überträfe die Anforderungen.  Dass es trotz der Vorkehrungen zu bislang 44 Infektionsfällen gekommen ist, bislang ohne einen schweren Verlauf, überrasche ihn, sagt Horstmeier. Man habe das Gesundheitsamt gefragt, was man noch machen könne und keine weiteren Auflagen erhalten.

Gleichwohl wolle man die Verwendung der Luca-App wieder einführen. Seinen Angestellten schrieb Horstmeier nach Bekanntwerden des Vorfalls eine Nachricht. Niemand solle sich erschrecken, Ähnliches werde wohl noch häufiger vorkommen – „nur hoffentlich erstmal nicht bei uns“, sagt Horstmeier.

Vorbildliches Hygienekonzept

Unterstützung erhält er von Thomas Pieper, der als Betreiber mehrerer Clubs dem „Club Komitee Münster“ vorsteht. „Das Coronavirus wird nicht verschwinden, aber es gibt mit der Impfung ein Mittel, das zwar nicht zuverlässig gegen Infektionen, dafür aber gegen schwere Verläufe hilft“, sagt Pieper. Diese Realität gelte es anzuerkennen – auch weil der Vorfall im Cuba Club zeige, dass es ganz sicher nicht der letzte Fall dieser Art gewesen sei, so Pieper.

Die Stadtverwaltung teilte am Freitag mit, dass das vom Club eingebrachte Hygienekonzept als vorbildlich bewertet werde. Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer betonte: „Nach bisheriger Erkenntnis hat der Club alle nach der Coronaschutzverordnung NRW nötigen Rahmenbedingungen geschaffen.“ Zur Überprüfung fordere das Gesundheitsamt die Impfnachweise der betroffenen Gäste an, so die Verwaltung.

Kommentar: Die neue Realität

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